https://www.faz.net/-gum-9cq71

Waldbrände bei Athen : Griechische Regierung vermutet Brandstiftung

  • Aktualisiert am

Weite Teile des griechischen Urlaubsdorfs Mati sind durch die verheerenden Waldbrände zerstört. Bild: dpa

Der zuständige Minister verweist auf Zeugenaussagen und Beweisstücke, die belegten, dass das Feuer im Küstenort Mati auf „kriminelle Handlungen“ zurückgehe. „Extreme Wetterbedingungen“ hätten die Brände noch begünstigt.

          Die griechische Regierung vermutet kriminelles Fehlverhalten hinter den katastrophalen Waldbränden nahe Athen. Es gebe „ernsthafte Hinweise“ darauf, dass das besonders zerstörerische Feuer am Küstenort Mati auf „kriminelle Handlungen“ zurückgehe, sagte der stellvertretende Minister für Katastrophenschutz, Nikos Toskas, am Donnerstagabend vor Journalisten. Der Minister verwies auf Zeugenaussagen, auf die er aber nicht näher eingehen könne. Die Beweismaterialien seien der Justiz übergeben worden, die in der Sache ermittelt.

          Toskas sagte weiter, dass die Ausbreitung des Feuers in Mati durch „extreme Wetterbedingungen“ begünstigt worden sei, die auf den Klimawandel zurückzuführen seien. In diesem Feuer waren die meisten der mindestens 82 Opfer der Waldbrände in Griechenland gestorben. Der Minister räumte ein, dass es „erhebliche Verluste“ gegeben habe. Er habe Ministerpräsident Alexis Tsipras seinen Rücktritt angeboten – „aus Gewissensgründen, nicht wegen Fehlern“, sagte Toskas. Der Ministerpräsident habe den Rücktritt aber nicht angenommen und entgegnet, dass „nun die Stunde des Kampfs“ sei.

          Die Brände waren am Montag vor allem in bei Touristen beliebten Küstenorten rund um Athen ausgebrochen. Bei der Katastrophe wurden so viele Menschen getötet wurden wie bei keinem anderen Feuer in Europa im 21. Jahrhundert. Unklar war weiterhin, wie die Waldbrände dermaßen viel Schaden anrichten konnten. Die Zeitung „Kathimerini“ berichtete von einem offenbar chaotischen Treffen von Behörden und Feuerwehr zur Vorbeugung derartiger Brände.

          Topmeldungen

          Nach Unwettern : Verkehr in Teilen Deutschlands gestört

          Ein starkes Unwetter sorgt in Teilen Deutschlands für Störungen und Ausfälle im Bahnverkehr. Auch auf vielen Autobahnen gibt es massive Behinderungen. Am Frankfurter Flughafen wird die Abfertigung zwischenzeitlich eingestellt.
          Hans Kammler (Mitte) auf dem Weg zu einer rüstungstechnischen Anlage bei Ebensee (1944).

          „Hitlers Geheimwaffenchef“ : Der verschwundene SS-General

          Hans Kammler gehörte zur engeren Führung des NS-Regimes. Er war mitverantwortlich für den Holocaust. Im Mai 1945 soll er Suizid begangen haben. Doch daran gibt es große Zweifel, wie das ZDF zeigt.
          Tenor seiner Aussagen: „Ibiza“ war peinlich, aber nichts Unrechtes sei gesagt worden, „ich habe eine saubere Weste.“ – Heinz-Christian Strache

          Strache und die FPÖ : „Ich habe eine saubere Weste“

          Die Zukunft der skandalträchtigen FPÖ ist nach dem „Ibiza“-Skandal um Heinz-Christian Strache weiter ungewiss. Die Razzien bei FPÖ-Leuten bezeichnete er als ein politisch motivierten „Unrechtsakt“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.