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Vulkanausbruch bei Tonga : Die Hotelanlage wurde dem Erdboden gleichgemacht

Bild: Reuters

Der pazifische Inselstaat ist noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. Sorge herrscht über die Lage auf den kleineren Inseln in der Nähe des Vulkans. Es werden mehrere Personen vermisst.

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          Nach dem gigantischen Ausbruch eines Unterseevulkans in Tonga herrscht immer noch Unklarheit über das Ausmaß der Zerstörung in dem pazifischen Inselstaat. Auch über die Zahl der Toten und Verletzten in dem Land mit 105.000 Einwohnern gab es bis Montag keine Erkenntnisse. Es werden mehrere Personen vermisst, darunter eine Britin, die von dem durch die Eruption ausgelösten Tsunami mitgerissen worden war.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Aufgrund eines beschädigten Unterseekabels waren die Telefon- und Internetverbindungen nach Tonga unterbrochen. Angehörige im Ausland warteten gebannt auf Nachrichten ihrer Familienmitglieder. Neuseeland und Australien schickten Militärflugzeuge, um sich ein Bild von der Lage in dem Archipel zu machen. Die beiden Nachbarländer gaben außerdem Soforthilfen von einer Million und einer halben Million Dollar frei. Hilfsorganisationen warnten vor Gesundheitsschäden für die Bevölkerung durch Asche in der Luft und verunreinigtes Trinkwasser.

          „Ziemlich besorgniserregend“

          Die einzige Kommunikationsverbindung in den Inselstaat bestand über Satellitentelefon. Australiens Entwicklungs- und Pazifikminister Zed Seselja sprach von „ziemlich besorgniserregenden“ Schilderungen, die er auf diesem Weg erhalten habe. Besonders groß ist die Sorge in Bezug auf die kleineren Inseln des Archipels, die derzeit noch völlig von der Außenwelt abgeschnitten seien. „Nach den bruchstückhaften Informationen, die wir haben, scheint das Ausmaß der Verwüstung ziemlich groß, vor allem auf den vorgelagerten Inseln“, sagte Katie Greenwood vom Internationalen Roten Kreuz der Agentur AFP. Selbst die Hauptstadt Nuku’alofa liegt nur etwa 65 Kilometer von dem Vulkan entfernt. Sie ist laut Augenzeugen komplett mit Asche bedeckt und sieht aus „wie eine Mondlandschaft“.

          Vulkanausbruch bei Tonga
          Satellitenaufnahmen vom 15. Januar
          Animation: Jens Giesel / Quelle: JMA

          Neuseelands diplomatischer Vertreter in Tonga, der Hochkommissar Peter Lund, berichtete auf Facebook, dass glücklicherweise viele Gebäude die Vulkan- und Tsunami-Katastrophe überstanden hätten. In der Hauptstadt seien viele Menschen in ihre Häuser zurückgekehrt. Die Elektrizität sei zu großen Teilen wiederhergestellt. Es könne auch mobil telefoniert werden, aber nicht ins Ausland.

          Dem Diplomaten zufolge hatte der Tsunami aber besonders das Touristengebiet an der Westküste der Hauptinsel Tongatapu getroffen. Die Besitzer des dort gelegenen Ha’atafu Beach Resort schrieben auf Facebook, dass ihre Hotelanlage vollständig dem Erdboden gleichgemacht sei. „Die gesamte westliche Küstenlinie und das Dorf Kanukupolu sind komplett zerstört“, hieß es in der Nachricht. Die Mitarbeiter dort hätten sich mit ihren Kindern gerade noch in Sicherheit bringen können.

          Die achtminütige Eruption des Hunga Tonga Hunga Ha’apai am Samstag war der schwerste gemessene Vulkanausbruch seit drei Jahrzehnten. Die gewaltige Wolke aus Asche, Gestein und Gas, die mehr als 20 Kilometer in die Luft geschleudert worden war, lässt sich auf Satellitenbildern in ihrer ganzen Wucht verfolgen. Das Vulkangeräusch war als lautes Donnergrollen auf Fidschi sowie bis ins 2300 Kilometer entfernte Neuseeland zu hören. Auf Tonga waren Tsunami-Wellen in Höhe von etwa 1,2 Metern gemessen worden. Auch in Neuseeland, Japan, Alaska und Südamerika wurden Tsunamis registriert. In Peru wurden zwei Menschen von den starken Wellen getötet.

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