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Vulkanausbruch auf La Palma : Mit Schneepflügen gegen den Ascheregen

Rauch und Asche quellen aus dem Schlund eines Vulkans auf der Insel La Palma. Bild: dpa

Fast 400 Gebäude sind auf der Insel zerstört worden. Die Lava fließt nun zwar langsamer – dafür macht der starke Ascheregen den Einwohnern zu schaffen.

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          Entsetzen und Erleichterung liegen auf der Kanareninsel La Palma derzeit nahe beieinander. Während am Freitag in Las Manchas die kleine San Nicolás-Kirche geräumt wurde, bevor die Lavamassen sie erreichten, konnte ein dänisches Rentnerehepaar sein Glück kaum fassen. Um ihr Ferienhaus war der Strom wie durch ein Wunder herumgeflossen. Videoaufnahmen zeigten, wie es unbeschädigt inmitten der Verwüstungen stehen blieb, die der Ausbruch im Ortsteil El Paraíso angerichtet hatte.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Bis Freitag waren unterhalb des am Sonntag ausgebrochenen Vulkans fast 400 Gebäude zerstört worden. Die Lava bedeckt inzwischen eine Fläche von 180 Hektar. Ihre Fließgeschwindigkeit hatte sich zuletzt trotz zunehmender Explosionen am Krater verlangsamt. Wissenschaftler der Universität von La Laguna schließen nicht mehr aus, dass der Berg von Todoque verhindern könnte, dass die Lava das Meer erreicht.

          Auf der Insel macht den Einwohnern der starke Ascheregen zu schaffen, der am Freitag auch die Nachbarinseln El Hierro, La Gomera und Teneriffa erreichte. Die Behörden riefen die Einwohner auf, FFP2-Masken zu tragen und die Augen zu schützen. Schneepflüge wurden eingesetzt, um die Straßen von dem schwarzen Belag zu befreien. Die Asche beeinträchtigt auch die Teleskope der Sternwarte auf dem Roque de los Muchachos. Das Institut für Astrophysik stellte seine Arbeit ein, um Schäden an den Spiegeln zu vermeiden.

          Der Vulkan stößt zudem jeden Tag nach Angaben des Vulkanologischen Instituts der Kanarischen Inseln zwischen 6000 und mehr als 11 000 Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre aus. Am Freitag sollte sich die Wolke laut Voraussagen des europäischen Kopernikus-Atmosphärenüberwachungsdienstes zunächst über den Mittelmeerraum ausbreiten und große Teile des spanischen Festlands und der Balearen, Südfrankreich, Nordafrika, Korsika, Sardinien und Sizilien sowie West- und Süditalien bedecken. Im Lauf des Wochenendes wird sie voraussichtlich auch Deutschland erreichen. Da sich die Schwefelwolke in großer Höhe befinde, werde sie keine Auswirkungen auf die Luftqualität auf der Erde haben. Auch der Flugverkehr auf den Kanaren war bisher durch den Ausbruch nicht beeinträchtigt.

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