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Auf indonesischer Insel Java : Vulkan Semeru beruhigt sich nach gewaltiger Eruption

Einwohner verschaffen sich am Montag einen Eindruck von dem Gebiet, das unter Vulkanasche begraben wurde. Im Hintergrund raucht der Semeru. Bild: EPA

Nachdem eine kilometerhohe Aschewolke am Sonntag den Himmel verdunkelt hatte, war der indonesische Vulkan Semeru am Montag wieder deutlich sichtbar. Die letzte größere Eruption hatte sich vor genau einem Jahr ereignet.

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          Einen Tag nach dem Ausbruch des Semeru auf der indonesischen Hauptinsel Java hat sich der Vulkan offenbar zunächst wieder beruhigt. „Der Vulkan war heute deutlich sichtbar“, teilte das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenvorbeugung am Montagmorgen mit. In der Nähe des Gipfels sei nur noch dünner weißer Rauch zu sehen gewesen.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Auf den Tag genau zwölf Monate nach dem letzten Ausbruch war es am Sonntag wieder zu einer Eruption gekommen. Der Vulkan hatte in den frühen Morgenstunden begonnen, Asche in die Luft zu schleudern. Eine kilometerhohe Wolke verdunkelte zeitweise den Himmel. Zu Beginn wurden mehr als ein Dutzend Eruptionen gemessen.

          Anwohner sollen Gebiet um den Berg verlassen

          Die Behörden erklärten eine vom Krater aus acht Kilometer weite Sperrzone und ein 13 Kilometer weites eingeschränktes Sperrgebiet. Sie riefen die Anwohner auf, das Gebiet um den Berg zu verlassen. Das Warnsystem wurde auf die höchste Stufe angehoben. Das bedeutet, dass die Ströme aus Lava und heißer Asche auch menschliche Siedlungen bedrohten.

          Auf Fotos waren Menschen zu sehen, die auf Motorrädern das Gebiet verließen. Rund 2000 Anwohner hatten am Sonntag bereits die Flucht ergriffen. Sie wurden in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden untergebracht. Nach der jüngsten Eruption waren bis Montag noch keine Toten zu beklagen. Bei dem Ausbruch im Dezember 2021 waren etwa 50 Menschen ums Leben gekommen. Einige Dörfer waren meterhoch unter Asche begraben. Der Ausbruch hatte zudem Schlammlawinen ausgelöst, die Häuser unter sich verschütteten.

          Ströme aus Gestein und Lava können bis zu 1000 Grad heiß werden

          Auch jetzt wird das Leben der Menschen im Osten der bevölkerungsreichsten indonesischen Insel Java durch die herabfallende Asche beeinträchtigt. Den Behörden zufolge fällt sie vor allem südlich des Vulkans auf das Land.

          Die Asche aus dem Vulkan beeinträchtigt das Leben zahlreicher Menschen auf der Insel Java.
          Die Asche aus dem Vulkan beeinträchtigt das Leben zahlreicher Menschen auf der Insel Java. : Bild: AFP

          In den betroffenen Dörfern haben die Bewohner Schutzmasken erhalten. Das Umweltministerium teilte auf Twitter das Video eines pyroklastischen Stroms auf der Oberfläche des Vulkans. Diese Ströme aus Gestein und Lava können bis zu 1000 Grad heiß werden. Die Behörden warnten, dass die Anwohner zu Flüssen mindestens 500 Meter Abstand halten sollten, da die Gefahr von Lavaströmen dort besonders hoch sei. Der Chef der Vulkanologiebehörde, Hendra Gunawan, warnte, die Wolke aus Asche und Gestein könne je nach Windrichtung auch andere Gebiete gefährden.

          Eine wichtige Verbindungsbrücke, die bei dem letzten Beben zerstört und danach wiederaufgebaut worden war, hatte nun wieder Schäden erlitten. Der Semeru ist mit seinen 3657 Metern der höchste Berg Javas und mindestens seit 1967 aktiv. Er ist einer von knapp 130 aktiven Feuerbergen Indonesiens. Der Inselstaat ist an dem berühmten pazifischen Feuerring gelegen, der regelmäßig für Vulkanausbrüche und Erdbeben mit Tsunamigefahr sorgt.

          Die Eruption folgt auf eine Reihe von Erdbeben in Indonesien. Erst im November waren im Westen von Java nach einem Erdbeben mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Für die in dem Gebiet lebende Hindu-Minderheit der Tengger ist der „Große Berg“ ein heiliger Ort. Er liegt im Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru und ist bei Touristen für Wanderungen und Kratertouren beliebt.

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