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Alarmstufe Rot : Vulkanausbruch auf Bali könnte unmittelbar bevorstehen

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Der Vulkan Mount Agung auf Bali. Bild: AP

Es war lange befürchtet worden, nun steht der Vulkan Agung auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali offenbar kurz vor dem Ausbruch. Der internationale Flughafen ist geschlossen, 100.000 Menschen müssen das Gefahrengebiet verlassen.

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          Aus Sorge vor einem unmittelbar drohenden Ausbruch des Vulkans Mount Agung auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali haben die Behörden am Montag die höchste Alarmstufe ausgerufen. Rund um den Vulkan wurde am Morgen in einem Umkreis von zehn Kilometern eine Sperrzone ausgerufen. Schon kurz zuvor war der internationale Flughafen auf Bali geschlossen worden, einen Tag nach der Schließung des Airports auf der Nachbarinsel Lombok. Tausende Urlauber sitzen inzwischen auf der Insel fest. Etwa 40.000 Menschen hätten die Gefahrenzone bereits verlassen, teilte das Katastrophenschutzministerium am Montag mit. Zehntausende weitere müssten aber noch in Sicherheit gebracht werden.

          Bereits am Sonntag war über dem Vulkan eine vier Kilometer hohe Rauchsäule in den Himmel gestiegen, ein Ascheregen ging auf die umliegenden Dörfer nieder. Im Krater trat Magma zutage, sagte der Sprecher der Zivilschutzbehörde, Sutopo Nugroho. „Explosive Eruptionen mit Flammen weisen darauf hin, dass ein Ausbruch bevorstehen könnte“, beschrieb Nugroho die Lage am Montag.

          Das Vulkanologische Institut des Inselstaates gab am Sonntag für die Luftfahrt die höchste Alarmstufe „Rot“ aus – gültig für unmittelbar von der Vulkanasche betroffene Gebiete. Einige Fluggesellschaften strichen bereits nach einer ersten Eruption am Samstag Flüge, vor allem nach Australien. Denn Vulkanasche kann unter anderem die Triebwerke der Flugzeuge beschädigen.

          Indonesiens nationale Behörde für Katastrophenmanagement schrieb auf Facebook, der Asche-Ausstoß am Mount Agung sei gelegentlich begleitet von „explosiven Eruptionen“ und einem „schwachen Dröhngeräusch“. Nachts würden zunehmend Feuerstrahlen beobachtet. „Das deutet darauf hin, dass die Gefahr eines größeren Ausbruchs imminent ist.“

          Schon Mitte September hatten alle Anzeichen auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch des rund 3000 Meter hohen Vulkans hingedeutet. Über 130.000 Menschen flohen damals aus ihren Dörfern im näheren Umkreis des Vulkans, knapp 25.000 leben weiter in Notunterkünften. Doch die Aktivität des Mount Agung ließ anschließend nach.

          Mount Agung, der in der Landessprache Gunung Agung heißt, war zuletzt in den Jahren 1963 und 1964 ausgebrochen, etwa 1200 Menschen kamen damals ums Leben.

          Indonesier, die in der Nähe des Vulkans leben, bringen am Sonntag  bei einer Evakuierung ihre Habseligkeiten in Sicherheit. Bilderstrecke

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