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Viktor Janukowitsch Junior : Tod im Baikalsee

Viktor Janukowitsch, der jüngere Sohn des gleichnamigen früheren ukrainischen Präsidenten, ist tot. Er war mit einem voll besetzten VW-Bus auf den zugefrorenen Baikalsee gefahren und dort mit dem Wagen eingebrochen.

          Laut übereinstimmenden Berichten unter Berufung auf Augenzeugen kam Janukowitsch bei einem Unglück auf dem Baikalsee ums Leben. Zusammen mit fünf Passagieren steuerte Janukowitsch demnach einen Kleinbus der Marke Volkswagen auf das Eis hinaus. Das Auto brach ein. Die Passagiere konnten sich retten. Der Fahrer jedoch sei mit dem Wagen versunken, seine Leiche später im Eisloch aufgetaucht, berichtete Anton Geraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, in der Nacht auf Montag.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Nestor Schufritsch, ein Abgeordneter des „Oppositionsblocks“ im ukrainischen Parlament und früherer Verbündeter des im Februar 2014 aus Kiew nach Russland geflohenen ehemaligen Präsidenten, äußerte, Vikor Viktorowitsch Janukowitsch sei „gestorben, wie er gelebt hat - hinter dem Steuer eines Automobils“. Der zuletzt 33 Jahre alte Janukowitsch wurde zwar zweimal für die „Partei der Regionen“ seines Vaters ins ukrainische Parlament gewählt, fiel indes vor allem durch eine Liebe zum Motorsport auf. Seit 2012 war er im Vorstand des „Automobilbunds der Ukraine“.

          Janukowitsch hinterlässt ein Kind

          Nach dem Machtwechsel in Kiew war Viktor Janukowitsch Junior nach Russland geflohen, wie sein Vater, sein älterer Bruder Oleksandr und weitere Mitglieder der früheren ukrainischen Führung. Er hinterlässt eine Frau und einen fünf Jahre alten Sohn. Eine offizielle Bestätigung des Todes stand zunächst aus. Die Behörden des Gebiets Irkutsk zogen eine Meldung zurück, laut der sich das Unglück am Freitagabend ereignete. Aus dieser ging auch hervor, dass der Fahrer des Kleinbusses Verbotsschilder ignoriert habe, wie es viele Fahrer täten, obwohl man zuletzt immer mehr Warnhinweise aufgestellt habe.

          Laut russischen Medienberichten könnte die Unklarheit über den Tod Janukowitschs mit einer Namensänderung zusammenhängen. Die Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete, der Fahrer des Kleinbusses sei als Viktor Alexejewitsch Dawydow identifiziert worden, der 1981 geboren worden sei und in Moskau lebe. Es wurde auf dasselbe Geburtsjahr hingewiesen und vermutet, der Nachname könne an den einer Großmutter angelehnt sein. Ria Nowosti berichtete weiter, der Sohn des früheren Präsidenten sei womöglich Teilnehmer eines „staatlichen Schutzprogramms“ gewesen, da die Familie des früheren Präsidenten in der Ukraine „Ziel einer Serie von Strafverfahren“ sei. Der ukrainische Ministerberater Geraschtschenko äußerte indes, im Unterschied zu dem früheren Präsidenten und zu Oleksandr Janukowitsch, der es in kürzester Zeit vom Zahnarzt zu einem der reichsten Männer des Landes brachte und nun ebenfalls in Russland lebt, hätten sich gegen Viktor Janukowitsch Junior keine strafrechtlichen Vorwürfe gerichtet. Die russischen Behörden bezogen keine Stellung zu Berichten, Präsident Wladimir Putin habe der Familie die russische Staatsangehörigkeit verliehen.

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