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Viele Badegäste nach Lockdown : DLRG erwartet mehr Badeunfälle

Die DLRG befürchtet, dass nach dem Lockdown deutlich mehr Menschen an die Badeorte strömen und die Anzahl der Ertrunkenen steigen wird. (Symbolbild) Bild: EPA

Mehr Badegäste, weniger Schwimmkenntnisse: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft befürchtet, dass es in diesem Sommer die Zahl der Badeunfälle steigen wird. An unbewachten Binnengewässern kann das tödlich enden.

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          Ein sommerlicher Badeausflug kann schnell zum Albtraum werden, wenn jemand Hilfe braucht und kein Retter da ist. Im vergangenen Jahr sind nach Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 417 Menschen in Deutschland ertrunken. Dazu kommen noch Personen, die zwar gerettet wurden, später allerdings an den Folgen des Unglücks starben. Auch wenn es für diesen Sommer noch keine Zahlen gibt, befürchtet die DLRG, dass nach dem Lockdown deutlich mehr Menschen an die Badeorte strömen als üblich und die Anzahl der Ertrunkenen in der Folge steigen wird.

          „Die Aufgabe der DLRG ist es, die freie Zeit von Menschen am und im Wasser sicher zu machen“, sagt der Präsident der Gesellschaft, Achim Haag. „Die Erfüllung dieser Aufgabe ist in Hinblick auf die aktuellen Bedingungen sicherlich erschwert, aber nicht unmöglich geworden.“ Am Wochenende war es zu mehreren Badeunfällen in Deutschland gekommen. Im baden-württembergischen Obermarchtal ertrank ein 30 Jahre alter Mann bei einem Junggesellenabschied in der Donau. In Hannover starb ein fünfjähriges Mädchen im Märchensee, in einem See im nordrhein-westfälischen Hückelhoven kam eine Elfjährige ums Leben.

          In den vergangenen Jahren schwankte die Zahl der Ertrunkenen in Deutschland zwischen 400 und 540. Laut einem Sprecher der DLRG ist die Zahl stark vom Wetter in den Sommermonaten abhängig: „Ein schöner Sommer ist für uns ein schlechter Sommer. Das bedeutet viel Arbeit und leider auch viele Ertrinkungstote.“ Die meisten Unfälle passieren laut DLRG an unbewachten Binnengewässern. Im vergangenen Jahr betraf das etwa 87 Prozent aller Badeunfälle mit Todesfolge. Im Gegensatz dazu ertranken an den deutschen Küstengebieten 23 Personen. Ein Grund für die relativ niedrige Zahl ist die ständige Anwesenheit der Rettungsschwimmer, die tagsüber die Badestellen an den Küsten beaufsichtigen. In 950 Fällen kamen die Rettungsschwimmer nach Angaben der DLRG rechtzeitig, um die Person vor dem Ertrinken zu retten.

          Mit Sorge betrachtet man beim DLRG die Entwicklung der Schwimmkenntnisse in der Bevölkerung. Während 2005 noch zwei von drei Kindern im Alter von zehn Jahren sicher schwimmen konnten, sind es heute nur noch 41 Prozent. Es werde zunehmend schwierig, Schwimmunterricht anzubieten, da jede vierte Grundschule keinen Zugang zu einem Schwimmbad habe. Die DLRG ist mit 1,8 Millionen Mitgliedern die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. In dieser Saison sind 47.000 ehrenamtliche Rettungsschwimmer an 1200 Freigewässern und in 1350 Schwimmbädern im Einsatz.

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