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Verunglückte Landung : „Es war surreal“

Anwohner der Insel helfen mit Fischerbooten die Passagiere und Besatzung des Flugzeuges an Land zu bringen. Bild: dpa

Ein Passagierflugzeug verfehlt in Mikronesien die Landebahn und stürzt in eine Lagune. Sofort kamen Anwohner zur Hilfe – und retteten jeden Einzelnen.

          2 Min.

          Die spektakulären Bilder des halb in einer pazifischen Lagune versunkenen Passagierflugzeugs lassen Schlimmes erahnen. Doch alle 47 Insassen des Flugs PX 073 der Gesellschaft Air Niugini aus Papua-Neuguinea haben die verunglückte Landung unweit der Küste am Freitag überlebt. Zu verdanken hatten sie ihre Rettung vor allem den Anwohnern, die schnell reagierten und die Insassen mit Fischerbooten an Land brachten. Fotos und Videoaufnahmen aus dem zu Mikronesien gehörenden Kleinstaat Chuuk zeigen, wie Boote das halb versunkene Flugzeug umkreisten und die 35 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder an Bord nahmen. Nach Angaben der „Pacific Daily News“ gab es allerdings Verletzte, unter ihnen vier Schwerverletzte.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Wie es zu dem Fehler bei der Landung gekommen war, blieb zunächst offen. Es soll zum Zeitpunkt des Unglücks stark geregnet haben. Die Fluggesellschaft teilte mit, das Flugzeug des Typs Boeing 737-800 habe die Landebahn des Flughafens Chuuk in der Stadt Weno verfehlt. Einer der Passagiere, der Journalist Bill Jaynes, beschrieb die Vorgänge in einem auf Facebook verbreiteten Video: „Es war surreal! Ich dachte: Das war eine harte Landung! Dann sah ich ein Loch in der Seite des Flugzeugs. Wasser strömte hinein, und ich dachte: So sollte das nicht sein.“ Das Flugzeug sei sehr tief eingeflogen. Die Besatzung sei daraufhin in Panik ausgebrochen und habe angefangen zu schreien. „Danach habe ich meine Frau angerufen, und sie hat geweint.“ Er selbst sei nur leicht am Kopf verletzt, aber andere Passagiere hätten schwere Verletzungen erlitten. „Ich bin am Leben. Das ist extrem gut“, sagte Jaynes.

          Anwohner fuhren sofort los

          Das Interview mit dem Passagier hatte der Missionar Matthew Colson geführt, der in Chuuk wohnt und dort auch einen Radiosender betreibt. Er sagte der „Pacific Daily News“, dass die Anwohner zum Zeitpunkt des Unglücks auf einem nahegelegenen Markt gewesen seien. Sie seien sofort mit ihren Booten losgefahren, um den Insassen des Flugzeugs zu helfen. Ein Augenzeuge sagte, es sei gut, dass sich der Unfall bei Tageslicht ereignet habe, so dass die Anwohner in der Nähe waren.

          Als die Flugzeugtüren geöffnet wurden, hätten sich die Menschen im Inneren schon gedrängelt, um hinauszukommen. „Alle Passagiere waren verängstigt und standen unter Schock“, berichtete der Inselbewohner James Yaingeluo. Er hatte bei der Rettung geholfen und sie auch mit seiner Kamera fotografiert. Die Boeing war auf dem Weg von Mikronesiens Hauptinsel Pohnpei nach Port Moresby, der Hauptstadt von Papua-Neuguinea. In Weno war nur eine Zwischenlandung geplant. Chuuk gehört zu den Föderierten Staaten von Mikronesien, einem Zusammenschluss vieler Inseln mitten im Pazifik mit nur etwas mehr als 100.000 Einwohnern.

          Die Fluggesellschaft kündigte an, sie werde alles tun, um die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung zu gewährleisten. Es werde ein zweites Flugzeug geschickt, um die verletzten und unverletzten Passagiere abzuholen. Das Flugzeug war nach Zeugenangaben etwa 30 bis 45 Minuten auf der Oberfläche getrieben, bevor es komplett im Wasser versank. Wie der Passagier Bill Jaynes berichtete, stand das Wasser in dem Flugzeug zum Zeitpunkt seiner Rettung schon etwa hüfthoch.

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