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Eiland im Westpazifik : Vermisste Seemänner von unbewohnter Insel gerettet

Ein Hubschrauber der australischen Marine landet bei den Schiffbrüchigen. Bild: dpa

Drei Bootsleute aus dem Inselstaat Mikronesien werden als vermisst gemeldet. Eine internationale Rettungsmannschaft macht sich auf die Suche – und entdeckt drei Tage später auf einer kleinen Insel die Buchstaben „SOS“ im Sand.

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          Die Buchstaben waren meterhoch in den Sand geschrieben: „SOS“, stand dort, der universale Notruf für Gestrandete. Die Botschaft auf dem Strand des winzigen Eilands Pikelot stammte von drei Bootsleuten aus dem pazifischen Inselstaat Mikronesien, die zuvor als vermisst gemeldet worden waren. Die amerikanische Küstenwache am Militärstützpunkt Guam hatte die Suche nach den Männern zusammen mit Rettungsmannschaften aus Australien und Mikronesien aufgenommen. Am Sonntag hatten sie die Spuren der Verschollenen im Sand entdeckt. „Wir waren am Ende eines Suchabschnitts, kehrten um, um einigen Regenschauern auszuweichen, als wir hinunterguckten und eine Insel sahen. Wir entschieden uns, die Insel auszukundschaften und sahen das ‚SOS’ und ein Boot daneben direkt auf dem Strand“, sagte der Militärpilot Jason Palmeira-Yen nach Angaben der amerikanischen Küstenwache vom Dienstag.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die Besatzung des Flugzeugs hatte daraufhin das in der Nähe befindliche australische Militärschiff HMAS Canberra informiert, das einen Hubschrauber an Bord mit sich trägt. Mit dem Fluggerät hatten die Australier den seit etwa drei Tagen Gestrandeten zunächst Nahrungsmittel und Wasser gebracht. Die Besatzung prüfte außerdem, ob es sich bei den gefundenen Männern tatsächlich um die Vermissten handelte. Weiterhin stellte sie fest, dass die Schiffbrüchigen wohlauf waren und keine größeren Verletzungen hatten. Aufnahmen, die von den Rettungskräften veröffentlicht wurden, zeigten neben dem Militärhubschrauber am Strand auch einen etwa hüfthohen Unterstand, der offenbar aus Blättern errichtet worden war, sowie ein kleines Boot ohne Segelmast.

          Das unbewohnte Eiland Pikelot ist Teil der westpazifischen Föderierten Staaten von Mikronesien, die aus etwa 600 kleineren und größeren Inseln bestehen. Die nächste Insel liegt mindestens 50 Kilometer entfernt. Wer den Namen in einen Landkartendienst eingibt, bekommt erst einmal nur einen winzigen Flecken in einem großen Gebiet aus blauem Ozean angezeigt. Irgendwann kommt dann auch Guam in Sicht. Auf den Fotos, die von australischer und amerikanischer Seite veröffentlicht wurden, sieht die Insel aus wie direkt aus einem Südsee-Roman entsprungen. Das Meer schimmert in klarem Türkis und Blau, sanfte Wellen rollen an den Strand. Neben dem breiten Sandstreifen befindet sich ein dicht bewachsenes Stück mit Palmen und Gestrüpp. Auf der Insel sollen sich Nistplätze für Seevögel und Schildkröten befinden.

          Die Männer haben sich auf der Insel einen kleinen Unterstand errichtet.
          Die Männer haben sich auf der Insel einen kleinen Unterstand errichtet. : Bild: AFP

          Die Männer, die mit einem etwa sieben Meter langen Boot unterwegs waren, waren auf dem Weg von der Insel Pulawat zum Pulap-Atoll vom Kurs abgekommen. Sie hatten schon 190 Kilometer zurückgelegt, als ihnen schließlich der Treibstoff ausging. Nach ihrer Entdeckung hatten die Amerikaner aus einem Flugzeug ein Funkgerät und eine Botschaft abgeworfen, wonach die Gestrandeten von einem Patrouillenboot der mikronesischen Marine abgeholt werden sollten. Den Berichten nach hatte das Schiff sie schon am Montag an Bord genommen. Den Angaben zufolge war wegen der Corona-Krise darauf geachtet worden, dass die Retter der verschiedenen Länder keinen direkten Kontakt untereinander und mit den Gestrandeten hatten.

          Dabei erscheint eine einsame Palmeninsel manchen in diesen Zeiten auch nicht als der schlechteste Ort, um die Pandemie zu überstehen. „Ich persönlich hätte nur nach etwas Proviant gefragt und wäre für eine Weile geblieben“, kommentierte ein Twitternutzer.

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