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Nach tödlichem Unfall : Verfahren gegen U-Bahn-Fahrer eingestellt

  • Aktualisiert am

Die U-Bahn-Linie U2 in Bad Homburg (Archivbild). Bild: Cornelia Sick

Am Donnerstag wurde in Bad Homburg das Verfahren gegen einen U-Bahn-Fahrer nach einem tödlichen Unfall eingestellt. Er hatte ein Haltesignal übersehen und an einem Bahnübergang ein Auto mitgeschleift – Schuld daran sei vor allem die Technik gewesen.

          Das Verfahren gegen einen U-Bahn-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung ist am Donnerstag vom Bad Homburger Amtsgericht wegen geringer Schuld vorläufig eingestellt worden. Für die endgültige Einstellung des Verfahrens muss der 64 Jahre alte Fahrer 300 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

          Er hatte im Mai 2017 an einem Bahnübergang im Bad Homburger Stadtteil Ober-Eschbach ein Haltesignal übersehen. Die Bahn der Linie U2 prallte gegen den Wagen einer 53 Jahre alten Frau, die gerade über die Gleise fuhr. Die Bahnschranken waren geöffnet und die Ampel ausgeschaltet gewesen. Das Auto der Frau wurde knapp 30 Meter weit bis zur nächsten Haltestelle mitgeschleift, dort verkeilte es sich unter der Bahnsteigkante. Die Fahrerin starb noch an der Unfallstelle.

          Nach den Ausführungen eines Unfallanalytikers wäre das Unglück auch nicht zu vermeiden gewesen, wenn der 64 Jahr alte Fahrer das Signal erkannt und gebremst hätte. „Dann wäre es 0,2 Sekunden später zu der Kollision gekommen“, sagte er. Denn das nur schlecht erkennbare Haltesignal stehe nur zehn Meter vor dem Bahnübergang. Der Lokführer war bereits langsamer als das erlaubte Tempo von 60 Stundenkilometern gefahren. Er war davon ausgegangen, dass – wie üblich – die Schranken an dem Bahnübergang geschlossen waren und die Ampel für die Autofahrer auf Rot stand. Warum dies nicht geschehen war, konnte bei der Verhandlung nicht geklärt werden.

          „Der Unfall ist nicht nur auf ein einfaches Versagen der Technik zurückzuführen, sondern an einer grundsätzlich falschen Konzeption der Signalanlage und der Geschwindigkeitsregelung“, kritisierte die Richterin. „Es obliegt der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), dies zu verändern, um künftig Unfälle dieser Art zu vermeiden.“

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