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Wirbelsturm „Pam“ : „Ganze Dörfer wurden weggeblasen“

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Der Wirbelsturm „Pam“ erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 330 Kilometer pro Stunde. Bild: dpa

Der Inselstaat Vanuatu steht unter Schock: Der Wirbelsturm hat gewaltige Verwüstungen auf dem kleinen Pazifikstaat angerichtet. Zu Zehntausenden Menschen gibt es noch immer keinen Kontakt.

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          Angesichts der gewaltigen Zerstörung durch Zyklon „Pam“ laufen im Pazifik große Hilfsanstrengungen an. Aus Neuseeland und Australien landeten am Sonntag erste Frachtmaschinen mit Hilfsgütern auf Vanuatus Hauptinsel Efate. Zwei weitere Flüge waren für Montag geplant.

          48 Stunden nach dem Durchzug des Zyklons war das Ausmaß der Katastrophe nicht annähernd abzusehen. „Unsere Hoffnung auf eine blühende Zukunft ist zerstört“, sagte Vanuatus Präsident Baldwin Lonsdale um Fassung ringend vor den Delegierten einer UN-Konferenz zur Katastrophenvorsorge in Japan.

          „Vanuatu hat ein Desaster dieses Ausmaßes in seiner jüngeren Geschichte noch nicht erlebt“, sagte Sune Gudnitz, Chef des Pazifikbüros der UN-Nothilfekoordination (OCHA). Nach Angaben des Präsidenten sind viele Schulen und Kliniken zerstört. Er verhängte den Ausnahmezustand. Australien und Neuseeland sagten Millionenhilfe zu, ebenso die Vereinten Nationen und die Europäische Union.

          In der Hauptstadt Port Vila wurden nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam bis zu 90 Prozent der Häuser beschädigt. Bilderstrecke
          In der Hauptstadt Port Vila wurden nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam bis zu 90 Prozent der Häuser beschädigt. :

          Die Behörden Vanuatus sprachen zunächst von acht Toten in der Hauptstadt Port Vila auf Efate, wie Chloe Morrison vom Hilfswerk World Vision berichtete. Doch die Hilfsorganisationen rechnen mit sehr viel höheren Opferzahlen. Sie konnten bis Sonntag nur Teile der Hauptinsel in Augenschein nehmen, die meisten der 80 anderen Inseln mit mehr als 180.000 Einwohnern waren von der Außenwelt abgeschnitten. Der Zyklon dürfte viele mit voller Wucht getroffen haben.

          Man habe bislang nur zu 13 von 80 Mitarbeitern Verbindung herstellen können, teilte World Vision mit. Der Kontakt zwischen der Hauptstadt und den entlegenen Inseln, die zum Teil direkt im Auge des Sturms gelegen hätten, sei nicht möglich. „Wir haben gehört, dass ganze Dörfer weggeblasen wurden“, sagte Morrison. „Der Wind war so stark, dass nur noch eine Trümmerlandschaft übrig geblieben ist.“

          Zyklon „Pam“, einer mächtigsten Zyklone aller Zeiten, war in der Nacht zu Samstag über den Südpazifik gefegt. Der Wind wirbelte mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern in der Stunde und riss alles mit. Zyklone, Taifune und Hurrikans bezeichnen alle gefährliche Wirbelstürme – sie heißen nur je nach Weltregion anders.

          Auch Nachbarstaaten Vanuatus meldeten schwere Schäden, darunter Neukaledonien und die Salomonen-Inseln. In Tuvalu seien 45 Prozent der 10.000 Einwohner schwer getroffen, sagte Regierungschef Enele Sopoaga im neuseeländischen Rundfunk. „Wir machen uns Sorgen, ob Nahrung, Trinkwasser und Arzneimittel reichen.“ Am Sonntag nahm der Zyklon Kurs auf Neuseeland. Der Wetterdienst warnte vor Sturmfluten.

          Inselstaat Vanuatu im Pazifik : Wirbelsturm richtet schwere Schäden an

          In der Hauptstadt Vanuatus, Port Vila, seien 90 Prozent der Häuser beschädigt, schätzte der Leiter der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor Ort, Christopher Bartlett. Etwa 20 Prozent seien zerstört. Entwurzelte Bäume und umgeknickte Strommasten versperrten die Straßen. Mehrere tausend Menschen seien in Notunterkünften. In der Stadt mit 44.000 Menschen gab es keinen Strom, kaum Handyverbindungen, und die Trinkwasserversorgung fiel zeitweise aus. Felder und Ernten waren zerstört.

          „Wir gehen davon aus, dass wir für 25.000 Haushalte Samen brauchen: Kürbis, Mais, Kohl, Bohnen und Tomaten“, sagte Bartlett. Die GIZ hilft seit Jahren, die Menschen dort besser auf Naturkatastrophen vorzubereiten. Unter anderem zeigt sie, wie frisches Obst und Tierfutter für Notzeiten konserviert werden können. „Das müsste den Leuten jetzt helfen“, sagte Bartlett.

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