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Welcher Pflichten hat ein Bademeister? Darüber urteilte am Donnerstag das Oberlandesgericht München. (Symbolbild) Bild: dpa

Urteil in München : Bademeister müssen nicht durchgängig am Beckenrand stehen

Ein Mann ertrinkt in einem Freibad in Niederbayern, während der Bademeister sich in seinem Häuschen aufhält. Das Oberlandesgericht München sieht darin keine Pflichtverletzung.

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          Am 4. August 2015 wurde ein 33 Jahre alter Mann in einem Freibad im niederbayerischen Triftern leblos unter Wasser treibend aufgefunden. Der hinzugerufene Bademeister barg ihn und versuchte ihn zu reanimieren. Zwei Tage später starb der Mann jedoch im Krankenhaus.

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Als der Mann von Badegästen entdeckt worden war, hielt sich der Bademeister in seinem Bademeisterhäuschen auf. Hätte er immer am Beckenrand stehen müssen? Konnte er von seinem Standort aus überhaupt alles überblicken? Hätte er an diesem Sommertag mit vielen Gästen weitere Unterstützung gebraucht?

          Das Oberlandesgericht München hat in einem Urteil am Donnerstag keine Pflichtverletzung des Bademeisters oder des Trägers des Schwimmbads erkennen können. Und damit die Berufung der Angehörigen gegen die Abweisung ihrer Klage durch das Landgericht Landshut im November 2020 zurückgewiesen. Ein Schadensersatz­an­spruch sei also nicht gegeben. Das Gericht schließt sich damit dem Ersturteil an: Ein Bademeister muss demnach nicht die ganze Zeit am Beckenrand stehen, um seiner Aufsichtspflicht nachzukommen.

          Keine Pflicht zur lückenlosen Beobachtung

          Und eine Person war am Unfalltag zur Aufsicht ausreichend, auch wenn die ge­naue Zahl der Badegäste nicht festgestellt werden konnte. „Selbst wenn 400 Gäste unterstellt würden“, habe ein Bademeister genügt. Die Kläger hätten nicht nachgewiesen, dass am Unfalltag derart viele Ba­degäste vor Ort gewesen seien, dass der Einsatz eines zweiten Bademeisters erforderlich gewesen wäre.

          Das Oberlandesgericht stellt zudem fest, dass eine Badeaufsicht nicht „die Pflicht zur lückenlosen Beobachtung eines jeden Schwimmers“ habe. Eine Pflicht indes be­steht zu „regelmäßigen Kontroll­blicken“, um den Badebetrieb auf „Gefahrensituationen für die Badegäste“ hin zu überwachen. Dabei müsse der Ort so gewählt werden, dass „der gesamte Schwimm- und Sprungbereich überwacht und auch in das Wasser hineingeblickt werden kann“, gegebenenfalls müsse man den Standort häufiger wechseln. Zwar könne man am Be­ckenrand vor allem „Auffälligkeiten unter der Wasseroberfläche“ möglicherweise eher entdecken. Doch am Beckenrand könn­ten der Aufsicht Dinge außerhalb des Beckens entgehen.

          Der beklagte Bademeister, der sich für die Untersuchung einer Wasserprobe kurz in der Bademeisterkabine aufhielt, durfte dies laut Oberlandesgericht: Im Stehen und im Sitzen habe man durch das Fenster „prinzipiell eine sehr gute Sicht“ auf das Becken.

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