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Bahnchaos durch Sturmtief : Umgeknickte Bäume versperren Straßen und beschädigen Autos

  • Aktualisiert am

Ein durch Sturmböen umgeknickter Baum ist in Görlitz auf ein Auto gefallen. Bild: dpa

Deutschland erlebt den ersten Herbststurm des Jahres: Zeitweise wurde in mehreren Bundesländern der Bahnverkehr eingestellt, allmählich rollen die Züge aber wieder. In Baden-Württemberg wurde ein Mann von einem umstürzenden Baum lebensgefährlich verletzt.

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          Das Sturmtief über Deutschland hat am Donnerstag zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurde der Zugverkehr der DB Regio am Mittag zeitweise komplett eingestellt, der Fernverkehr lief unter unter erschwerten Bedingungen weiter. Zunächst war die Höchstgeschwindigkeit auf allen Strecken in Thüringen auf 80 Kilometer pro Stunde gesenkt worden. Am Nachmittag teilte das Unternehmen dann mit, dass der Bahnverkehr schrittweise wieder hochgefahren werde: „Bis sich der Verkehr normalisiert hat, dauert es noch. Aber wir fahren wieder“, sagte ein Bahn-Sprecher.

          Auch in NRW lief der Fernverkehr nach einer zeitweisen Einstellung am Vormittag allmählich wieder an. Wie die Deutsche Bahn am Mittag mitteilte, werde der Zugverkehr auf ersten Strecken nach und nach wieder aufgenommen. Es komme jedoch weiter zu Ausfällen und Verspätungen in weiten Teilen Deutschlands. Wie lange die Behinderungen andauerten, sei noch nicht abzusehen. So dauern die Aufräumarbeiten auf der Strecke Düsseldorf und Köln weiter an, auch sei die ICE-Strecke nach Wuppertal noch nicht befahrbar, sagte ein Sprecher. Auch im Regionalverkehr sorgten umgestürzte Bäume und auf die Gleise und in die Oberleitungen gewehte Äste oder Gegenstände für Zugausfälle und zum Teil erhebliche Verspätungen.

          Besonders betroffen seien auch das Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Es komme zu Zugausfällen und Verspätungen. Im Laufe des Tages rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einem Streifen über die Mitte bis in den Osten und Nordosten Deutschlands mit schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen.

          „Hunderte Mitarbeitende sind im Einsatz, um Bäume und andere Hindernisse aus den Gleisen zu räumen, Oberleitungen zu reparieren und Schäden aufzunehmen“, teilte eine Sprecherin mit. Fahrgäste, die aufgrund des Unwetters ihre Reise verschieben wollen, könnten ihr gebuchtes Ticket ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach dem Ende der Störungen einlösen.

          Warnung vor Sturmflut

          Für den Donnerstagnachmittag und -abend warnte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie vor einer Sturmflut an der Nordsee sowie im Weser- und Elbegebiet. Das Hochwasser werde an der Nordseeküste 1,00 bis 1,50 Meter und im Weser- und Elbegebiet etwa 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser betragen, hieß es. Weitere Sturmfluten am Freitag seien nicht ausgeschlossen. Der Scheitelpunkt in Hamburg-St.-Pauli soll am Donnerstag um kurz nach 18.00 Uhr erreicht werden.

          Vielerorts rückten die Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und Teile von Dächern aus. Im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg kollidierte in der Nacht ein Güterzug mit einem herabgefallenen Ast auf dem Gleis. In Hamburg-Ohlsdorf stürzten zwei etwa 15 Meter hohe Bäume auf ein Auto und ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus. Verletzt wurde dabei niemand. Im Windpark Nattheim (Kreis Heidenheim) zerstörte der Sturm eine Windkraftanlage, wie die Stadtwerke Heidenheim mitteilten. 

          In Völkersbach in Baden-Württemberg fiel ein Baum an einem Waldrand auf einen 64-Jährigen und verletzte ihn lebensgefährlich, wie die Polizei berichtete. Auf der Autobahn 31 nahe Wietmarschen, Niedersachsen, verunglückte eine 22-Jährige im Sturm mit ihrem Auto. Eine Polizeisprecherin sagte am Donnerstag, die Frau habe angegeben, ihr Wagen sei von einer Windböe erfasst worden. Daraufhin verlor die Fahrerin die Kontrolle und kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Sie kam schwer verletzt in eine Klinik.

          Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand Wetter aus. „Wir sind nahezu am Limit“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Zwischen 8.00 Uhr und 12.00 Uhr rückte die Feuerwehr demnach zu 164 wetterbedingten Einsätzen aus. Nach Angaben des Sprechers wurde eine Frau in Prenzlauer Berg von herabfallenden Ästen leicht verletzt. Auch gab es erhebliche Sachschäden an parkenden Autos.

          Wirbelsturm bei Kiel

          In Schwentinental bei Kiel hat ein Wirbelsturm am Donnerstagmorgen schwere Schäden angerichtet. Feuerwehr-Einsatzleiter Kai Lässig berichtete, er habe den Rüssel des Sturms selbst gesehen. Der Sturm habe im Ort eine „Schneise der Verwüstung“ auf etwa 100 Metern Breite hinterlassen. Mehrere Häuser seien schwer beschädigt worden, berichtete Lässig weiter. Bäume seien umgestürzt und hätten Autos unter sich begraben. Verletzte gab es nach seinen Angaben nicht. Der Sturm sei gegen 7.30 Uhr aus Richtung Kiel durch den Ort gezogen. Er habe unter anderem Gartenhäuser, Wintergärten und Gewächshäuser zerstört. Ob es sich wie zunächst berichtet tatsächlich um einen Tornado handelte, werde geprüft, wenn Meldungen dazu eingegangen seien, sagte ein Sprecher des DWD.

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