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Bahnchaos durch Sturmtief : Umgeknickte Bäume versperren Straßen und beschädigen Autos

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Aus Nordrhein-Westfalen meldete die Landesregierung in einer ersten Bilanz rund 370 Einsätze der Feuerwehr und 36 Verkehrsunfälle mit vier Leichtverletzten. Aus verschiedenen Bundesländern meldeten Energieversorger darüber hinaus Stromausfälle durch beschädigte Leitungen. In vielen Regionen waren zeitweise Straßen durch Bäume blockiert. 

Auf der Mosel bei Koblenz in Rheinland-Pfalz drückte eine Böe am Donnerstagmorgen ein Flusskreuzfahrtschiff gegen den Pfeiler einer Eisenbahnbrücke. Schiff und Brücke wurden nach Angaben der Polizei beschädigt, die 180 Passagiere und Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Das Schiff konnte seine Fahrt fortsetzen. Bei Cochem an der Mosel riss der Sturm ein Rotorblatt einer Windkraftanlage ab. Die Trümmer verteilten sich laut Polizei in einem Umkreis von 150 Metern um die in einem Wald erbaute Anlage. Verletzte gab es auch bei diesem Vorfall nicht.

Umgestürzte Bäume und herabfallende Äste beschädigten Stromleitungen und sorgten so für einen Stromausfall. Etwa 50.000 Kunden seien ohne Strom, teilte ein Sprecher der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom am Nachmittag mit. Der Ausfall betreffe Teile Brandenburgs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens. So waren unter anderem Menschen in Meißen, Riesa und Radeburg zeitweise ohne Strom, wie SachsenEnergie am Donnerstag mitteilte. 

Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, um Leitungen zu reparieren und betroffene Kunden durch Umschaltungen wieder ans Netz zu bringen, hieß es. Bis die komplette Versorgung wieder hergestellt sei, könne es aber noch bis zu den Abendstunden oder bis zum Freitag dauern.

„Jetzt in den Wald zu gehen, ist absolut unverantwortlich“

Auch in Bayern verursachte der Sturm erste Schäden. Die Polizei meldete Dutzende Einsätze. Teilweise kam es auch zu Stromausfällen. In Düsseldorf rückte die Feuerwehr meist wegen loser Äste, umgekippter Bäume oder Absperrungen an Baustellen aus. In mehreren Orten in der Pfalz sowie in Koblenz fiel am Vormittag der Strom aus.

In Thüringen wurden zahlreiche Einrichtungen wie der Zoopark Erfurt und der Tierpark Suhl geschlossen. Auch städtische Friedhöfe in Erfurt wurden geschlossen, sodass geplante Bestattungen und Trauerfeiern ausfielen. In Rheinland-Pfalz wurde die Rheinbrücke bei Speyer, die Teil der Bundesautobahn 61 ist, wegen querstehenden Lastwagen gesperrt. Derzeit geht die Polizei davon aus, dass Sturmböen den Anhänger eines Lastwagens erfassten und dieser so umstürzte.

Ein Feuerwehrmann räumt Teile eines Baums von der Fahrbahn in Schleswig-Holstein. Bilderstrecke
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Im Harz kippten zahlreiche Bäume um und versperrten auch einige Straßen, wie der Nationalpark und die Polizei mitteilten. Die Landesforsten und der Nationalpark warnten davor, Wälder zu betreten. „Jetzt in den Wald zu gehen, ist absolut unverantwortlich. Auch wenn der Sturm abgeflaut ist, dann können Bäume noch jederzeit umfallen“, warnte Friedhart Knolle vom Nationalpark Harz am Donnerstagvormittag.

In tieferen Lagen knickten Bäume ab und fielen vereinzelt auf Straßen und Autos. In Wittenberg wurde ein Fahrradfahrer von einem umstürzenden Baum verletzt und musste stationär behandelt werden. Ein umstürzender Baum verletzte einen 59 Jahre alten Autofahrer schwer. Der Baum habe am Donnerstagmorgen den Wagen des Mannes bei Elend unter sich begraben, sagte ein Sprecher der Polizei. Der eingeklemmte Fahrer wurde anschließend von der Feuerwehr aus dem Auto befreit und mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Auf dem Brocken sei die Lage bereits am Mittwoch dramatisch gewesen, sagte Knolle. Besonders Touristen seien unverantwortlich gewesen. Bilder vom Gipfel zeigten demnach Kinder, die dort herumwirbelten und sich nicht mehr hätten halten können, sowie Erwachsene mit Kinderwagen. Die Harzer Schmalspurbahnen hatten den Verkehr auf der Brockenstrecke zwischen Schierke und dem Brocken bereits am Mittwochnachmittag eingestellt.

Der DWD ging von schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen von bis zu 105 Kilometern pro Stunde aus. Im Bergland könne es sogar Orkanböen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde geben. In der Nordhälfte Deutschlands seien auch „kurzlebige Tornados“ nicht ausgeschlossen, hieß es. Im Laufe des Nachmittags sollte der Wind den DWD-Angaben zufolge von Westen her wieder nachlassen. Es wird insgesamt kühler.

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