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Unwetter in Südeuropa : Mehrere Tote nach Wintersturm

  • Aktualisiert am

Überschwemmungen auf Korsika: Weil auch Pick-up Trucks später nicht mehr die Straßen passieren konnten, wurde der Flughafen in Ajaccio geschlossen. Bild: AFP

Sturmböen von bis zu 180 Stundenkilometern, Schlammlawinen, überflutete Felder und Straßen: Im Süden Europas hat das Tief „Fabien“ für Chaos und Todesopfer gesorgt.

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          In Frankreich, Italien, Spanien und Portugal haben am Samstag abermals schwere Unwetter gewütet. In Spanien gab es nach Behördenangaben mindestens fünf Tote, in Frankreich einen Vermissten. Wie spanische Behörden am Samstag mitteilten, starb in Madrid eine 32 Jahre alte Südkoreanerin, die von einem herunterfallenden Gebäudeteil in der Nähe des bei Touristen beliebten Prado-Museums in der Calle Alcalá getroffen worden war und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Zudem ertrank am Freitag ein 67 Jahre alter Surfer aus den Niederlanden in der südwestlichen Provinz Huelva. Ein weiterer Mann starb am Samstag in Huéscar bei Granada, als sein Wagen von Wassermassen überflutet wurde.

          Überschwemmte Felder und Straßen wie hier im Nord-Westen Spaniens waren ein Ergebnis von Sturmtief „Fabien“. Andernorts gab es sogar Schlammlawinen.

          Schon am Donnerstag hatte es zwei weitere Tote gegeben. Auch im Nachbarland Portugal kamen zwei Menschen ums Leben.

          Auf dem Mittelmeer nahe der südfranzösischen Hafenstadt Marseille wurde am Samstag weiterhin ein Mann vermisst, der am Freitag von einem Segelschiff ins Meer gestürzt war. Ein weiterer mit ihm verunglückter Mann konnte von den Einsatzkräften lebendig geborgen werden.

          Nachdem gerade erst Sturm „Elsa“ über Westeuropa gezogen war, folgte am Samstag das Sturmtief „Fabien“ – mit Sturmböen von bis zu 170 Stundenkilometern in Galizien im Nordwesten Spaniens. An der gesamten Küste Galiziens und im benachbarten Asturien galt wegen des starken Winds und hoher Wellen die höchste Alarmstufe Rot. In Madrid wurden am Samstag acht Parks wegen des Sturms geschlossen.

          In Frankreich warnte der Wetterdienst vor Sturmböen von bis zu 140 Stundenkilometern im Südwesten des Landes und 180 Stundenkilometern auf der Insel Korsika. In 18 Départements wurde die zweithöchste Alarmstufe Orange ausgerufen.

          Auf Korsika trat nach starken Regenfällen unter anderem der Fluss Gravona über die Ufer und überflutete zahlreiche Straßen sowie das Rollfeld des Flughafens der Stadt Ajaccio. Ein Behördensprecher sprach von einer „Jahrhundertflut“. Alle Flughäfen der Insel wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen, der Fährverkehr wurde bereits zuvor eingestellt.

          Schlammlawinen an der Côte d’Azur, Hochwasser in Venedig

          An der Côte d’Azur meldeten die Behörden im Département Alpes-Maritimes rund 150 Feuerwehreinsätze sowie mehrere Schlammlawinen bei Menton nahe der italienischen Grenze. Zahlreiche Straßen waren gesperrt. Am Flughafen von Nizza mussten Reisende nach einer teilweisen Schließung am Freitag auch am Samstag mit Verspätungen rechnen.

          Die Polizei sichert den Madrider Unfallort in der Calle Alcalá: Hier wurde eine Südkoreanerin von einem heruntergefallenem Gebäudeteil tödlich getroffen.

          Wie die Polizei mitteilte, wurde außerdem ein seit Anfang Dezember vermisster Mann am Freitag tot aus einem Bach nahe Mandelieu-la-Napoule westlich von Cannes geborgen. Die Zahl der bei den jüngsten Unwettern in Frankreich umgekommenen Menschen stieg damit auf insgesamt 14 Tote in einem Monat.

          Auch in Italien haben heftige Schnee- und Regenfälle ein Wetterchaos verursacht und mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Ein Autofahrer in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten des Landes wurde getötet, als er mit seinem Wagen auf eine überflutete, für den Verkehr gesperrte Straße fuhr, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag berichtete. Demnach hatte der Mann noch den Rettungsdienst anrufen können, wurde aber später mit seinem Auto in die Fluten gerissen. Er konnte von der Feuerwehr nur noch tot geborgen werden.

          In Venedig stand das Hochwasser am Samstagmorgen 120 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Damit waren rund 30 Prozent der Stadt unter Wasser. Am Sonntag und Montag sollte das Hochwasser auf bis zu 130 Zentimeter ansteigen und fast die Hälfte der Stadt bedecken. Die Lagunenstadt leidet noch immer unter den Folgen des katastrophalen Hochwassers, das am 12. November fast das ganze historische Zentrum überflutet und enorme Schäden angerichtet hatte. Damals war das Wasser auf 187 Zentimeter über den normalen Meeresspiegel gestiegen.

          In den Alpen legten die Wetterkapriolen derweil den alpinen Ski-Weltcup lahm. Nach der Absage der Männer-Abfahrt im italienischen Grödnertal wegen Schneefalls, Regens und Nebels gab der Internationale Skiverband FIS am Samstag auch die Absage der Abfahrt der Frauen in Val d’Isére wegen des anhaltenden starken Schneefalls und Winds bekannt. Die Rennen sollten verschoben werden.

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