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Hochwasser in Bayern : Gepeinigt von der Flut

  • -Aktualisiert am

Reißende Fluten: Das niederbayerische Simbach ist vom Unwetter verwüstet worden. Bild: dpa

Angesichts der Zerstörung ist in Bayern viel von Demut die Rede. Dennoch bleibt kaum Zeit zum Aufatmen. Am Donnerstagabend wird ein sechstes Todesopfer gefunden.

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          Ganz Bayern hat am Donnerstag den Atem angehalten. Immer neue Hiobsbotschaften trafen aus den niederbayerischen Gemeinden ein, auf die binnen weniger Stunden Wassermassen niedergegangen sind, die einer Sintflut glichen. Berichte von Rettungsmannschaften, die überflutete Häuser nach Vermissten durchkämmten. Schilderungen der Überlebenden der Katastrophe, wie das Wasser in einer beklemmenden Schnelligkeit in ihre Häuser strömte und sie sich gerade noch auf die Dächer ihrer Häuser retten konnten. Einschätzungen von Bürgermeistern, die während der gesamten Nacht auf den Beinen gewesen waren, um sich einen Eindruck von den Verwüstungen in ihren Gemeinden zu verschaffen. Ein Wort verband all diese Berichte: „Unvorstellbar“.

          Niederbayern ist an hohe Pegelstände gewohnt; zuletzt war vor drei Jahren die Donau über die Ufer getreten und hatte weite Flächen überspült. Seither war viel in den Hochwasserschutz investiert worden, waren Dämme verstärkt worden, die Warnsysteme ausgebaut worden. Doch dass Tod und Verderben nicht nur von großen Flüssen – in Niederbayern die Donau und der Inn – ausgehen kann, damit hatte kaum jemand gerechnet. Und genau das geschah am Mittwochnachmittag, als im Landkreis Rottal-Inn Starkregen unscheinbare Bäche zu reißenden Strömen anschwellen ließ. Als der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag die Schäden in Augenschein nahm, stand ihm die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben: „Innerhalb von wenigen Minuten ist in einigen Gebieten der Wasserstand um mehrere Meter angestiegen.“

          Wie überraschend das Wasser kam, zeigten Berichte von Hausbesitzern, die schilderten, wie sie auf Dächern standen und verzweifelt versuchten, durch Winken mit Laken, die sie an Bestenstielen befestigt hatten auf sich aufmerksam zu machen. Wie unter ihnen die reißenden Wassermassen immer höher stiegen. Wie endlich das erlösende Rotorengeräusch der Hubschrauber der Rettungskräfte zu hören gewesen sei. Die Bilder, wie Menschen mit Seilwinden in die über den Unglückstellen kreisenden Hubschrauber gezogen wurden, während unter ihnen ihr Hab und Gut in Wasser und Schlamm versank, werden in der Region noch lange in den Köpfen sein.

          Bangen und Hoffen

          Für manche kam die Hilfe zu spät: In Simbach am Inn konnten Taucher drei Frauen einer Familie – Großmutter, Mutter und Tochter, 78, 56 und 28 Jahre alt – nur noch tot bergen. Wenige Kilometer von Simbach entfernt, in Julbach, stießen die Retter auf ein weiteres Todesopfer, eine 80 Jahre alte Frau; die Fluten eines Baches hatten sie in ihrem Haus überrascht und mehrere Kilometer mit gerissen. Ihr Haus war durch die Wassermassen gleichsam halbiert und völlig zerstört worden. Das Bangen und Hoffen dauerte in den von der Fluten gepeinigten Gemeinden am Donnerstag an: Bis zu fünfzig Menschen wurden noch vermisst. Viele Familien mussten lange auf den befreienden Anruf warten. Manche warteten vergeblich: Gegen Mittag wurde in Simbach am Inn ein fünftes Todesopfer geborgen, ein 75 Jahre alter Mann. Am Donnerstagabend bestätigte das Landratsamt Rottal-Inn gegenüber dem Bayerischen Rundfunk dann auch noch den Fund eines sechsten Opfers in Simbach.

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