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Unwetter im Südwesten : Mehrere Tote nach Überschwemmungen

  • Aktualisiert am

Die Überschwemmungen haben im baden-württembergischen Braunsbach schwere Verwüstungen angerichtet. Bild: dpa

Gewitter, heftiger Regen und Sturm haben in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern schwere Schäden angerichtet. Es gibt Tote und Verletzte. Die Behörden rechnen mit weiter steigenden Wasserständen an mehreren Flüssen.

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          Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in Süddeutschland sind höchstwahrscheinlich mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. In Schwäbisch Gmünd verunglückte nach Behördenangaben ein Feuerwehrmann beim Versuch, einen 21-jährigen Mann zu retten. Laut Polizei wurden beide in einen Kanalschacht gesogen. Gegen Mittag wurden die beiden Leichen schließlich aus dem Schacht geboren, wie die Polizei berichtet.

          In Weißbach im Hohenlohekreis kam ein 60 Jahre alter Mann in einer überschwemmten Tiefgarage ums Leben. Bei Schorndorf wurde eine 13-Jährige am Sonntagabend unter einer Bahnbrücke von einem Zug erfasst und getötet worden - sie hatte dort Schutz vor dem Regen gesucht. Auch in Bayern - vor allem in Mittelfranken - richteten Unwetter schwere Schäden an.

          Einsatzkräfte im Dauereinsatz

          Allein in Baden-Württemberg wurden von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen rund 7000 Helfer zu mehr als 2200 Einsätzen gerufen. Die Mitarbeiter von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Lebensrettungs-Gesellschaft und Polizei seien im Dauereinsatz, teilte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Stuttgart am Montagmorgen mit. Die Zahl der Verletzten liege nach bisherigen Erkenntnissen im einstelligen Bereich.

          Zerstörungen in Braunsbach Bilderstrecke

          In Braunsbach im Norden Baden-Württembergs trat ein Fluss über die Ufer. Die reißenden Fluten strömten durch die 900-Einwohner-Gemeinde, wodurch ein Haus zerstört und mehrere erheblich beschädigt wurden. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz suchten einsturzgefährdete Häuser ab, um sie zu evakuieren.

          Auf Videoclips und Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Autos vom Schlammwasser mitgerissen, übereinander getürmt und in Schaufenster von Geschäften geschleudert wurden. Bei einigen Häusern stand das Wasser augenscheinlich bis in Höhe der untersten Fenster.

          Der erste Landesbeamte des Landkreises Schwäbisch Hall, Michael Knaus, sagte am frühen Morgen, in den vergangenen Stunden sei so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten. Die heftigen Regenfälle verursachten an einigen Stellen das schlimmste Hochwasser seit rund zwei Jahrzehnten. Die Hochwasserzentrale in Karlsruhe warnte vor bedrohlichen Wasserständen an den östlichen Zuflüssen zu Neckar und Donau sowie im Rhein und an der Tauber. An der Messstation Kirchberg an der Jagst fielen im Laufe der Nacht innerhalb von sechs Stunden 87 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

          Wasserstände steigen weiter

          Besonders vom Hochwasser betroffen sind nach Behördenangaben die südöstlichen Zuflüsse zur Donau und die östlichen Zuflüsse zum Neckar (Fils, Rems, Kocher, Jagst). Teils stieg der Wasserstand um bis zu drei Meter an. Mit Blick auf die Wettervorhersagen erwartet die Hochwasserzentrale, dass die Wasserstände weiter steigen.

          Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach den Angehörigen der Hochwasseropfer sein Mitgefühl aus: „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus.“

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