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Unglücke an Weihnachten : Zwölf Tote bei Bränden und Gasunfällen

  • Aktualisiert am

Technischer Defekt oder vergessene Kerze als Brandursache Bild: ddp

Neun Personen starben an Weihnachten bei Bränden, drei erstickten höchstwahrscheinlich aufgrund einer undichten Gasleitung. Bei einer Verfolgungsjagd mit einem nicht angemeldeten Auto kam zudem ein junger Mann ums Leben.

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          An Weihnachten sind in Deutschland bei Unglücken mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben starben neun Personen bei Bränden, drei erstickten höchstwahrscheinlich aufgrund einer undichten Gasleitung.

          Das schwerste Unglück ereignete sich im nordrhein-westfälischen Unna. Dort starben in der Nacht zum Freitag nach Polizeiangaben fünf Menschen. Zudem wurden eine Frau schwer und ein Mann leicht verletzt. Beim Eintreffen der Rettungskräfte brannte der Anbau eines Wohnhauses bereits in voller Ausdehnung, auch hatten die Flammen schon auf das Hauptgebäude übergegriffen. Zwei am Gebäude geparkte Autos wurden durch das Feuer zerstört, ein weiteres schwer beschädigt. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein älteres Einfamilienhaus einer früheren Zechensiedlung, das durch mehrere Anbauten erweitert wurde. Die Feuerwehr war mit vier Löschzügen und rund 95 Männern im Einsatz.

          Der Einsatzleiter bezeichnete die Löscharbeiten in dem verwinkelten Gebäude als äußerst schwierig. Das Haus wurde durch das Feuer vollständig zerstört. Offenbar hatte der gerettete 56-Jährige den Brand noch selbst bemerkt und über Mobiltelefon die Polizei alarmiert. Wie viele Personen sich in dem Gebäude aufhielten, stand zunächst nicht fest. Experten suchten in der Ruine nach möglichen weiteren Opfern. Dem Feuerwehrsprecher zufolge könnte der Brand durch einen technischen Defekt in dem alten Haus oder durch vergessene Kerzen an einer Weihnachtsdekoration ausgelöst worden sein.

          Wohnhausbrand in Unna: Die Feuerwehr war mit vier Löschzügen im Einsatz
          Wohnhausbrand in Unna: Die Feuerwehr war mit vier Löschzügen im Einsatz : Bild: dpa

          Feuer auch in einem Londoner Luxushotel

          Eine 47-Jährige erlitt in Donzdorf im Kreis Göppingen tödliche Verletzungen. Die Frau hatte am frühen Freitagmorgen zusammen mit ihrem Bruder bemerkt, dass die Küche in dem Einfamilienhaus in Flammen stand und die Feuerwehr alarmiert. Der Brand griff schnell auf das gesamte Gebäude über. Den Bruder fanden die Rettungskräfte im Freien. Er wurde mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Seine Schwester entdeckten die Feuerwehrleute leblos im Haus. Sie ist offenbar am Qualm erstickt.

          Ein 64 Jahre alter Heimbewohner ist am Freitag bei einem Brand in einem Seniorenzentrum in Herten gestorben. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde der Mann bei den Löscharbeiten tot in seinem Rollstuhl sitzend aufgefunden. Zuvor war es in einem Zimmer zu einem Feuer mit erheblicher Rauchentwicklung gekommen. Zwei Heimbewohner und eine Pflegekraft mussten mit Rauchvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die Schadenshöhe und die Brandursache standen noch nicht fest.

          Bei einem Wohnhausbrand in Freiburg kam ein 79-jähriger Mann ums Leben. Er starb in der Heiligen Nacht laut Polizei in einem Krankenhaus. Seine 87 Jahre alte Ehefrau erlitt schwere Verletzungen. Das Feuer war aus noch unbekannter Ursache in der Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses ausgebrochen.

          In Wandlitz nördlich von Berlin starb am Donnerstag ein 67 Jahre alter Mann in einem Bungalow. Der Mann habe nach Angaben von Nachbarn immer einen offenen Heizstrahler als Wärmequelle genutzt.

          In einem Londoner Luxushotel ist am Freitagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Rund 150 Hotelgäste sind nach Angaben der Feuerwehr in Sicherheit gebracht worden. Ein Mensch wurde von Sanitätern wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt. Das Feuer war in der Lobby des Fünf-Sterne-Hotels ausgebrochen. Die zehnstöckige Herberge befindet sich im Nobelviertel May Fair in der Nähe von Piccadilly Circus. Die Feuerwehr hatte den Brand zwei Stunden nach dem Ausbruch unter Kontrolle. Die Brandursache ist noch unklar.

          Drei Tote vermutlich durch Gasvergiftung

          Eine 33-jährige Frau und ihre beiden Söhne sind Heiligabend möglicherweise an einer Kohlenmonoxidvergiftung in ihrer Frankfurter Wohnung gestorben. Wie die Polizei am Freitagmorgen mitteilte, könnte die Gastherme in der Wohnung im Stadtteil Bergen-Enkheim defekt gewesen sein. Der 43-jährige Vater wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo Ärzte sein Leben retten konnten. Er war aber auch am Morgen noch nicht ansprechbar. Die beiden Jungen waren zehn und 13 Jahre alt. Die Leichen sollen erst am kommenden Montag obduziert werden. Daher seien verbindliche Aussagen nicht möglich, erklärte ein Polizeisprecher. Toxikologische Untersuchungen an den Toten lassen demnach aber auf eine Kohlenmonoxidvergiftung schließen. Unklar ist auch, ob die Gastherme einen Konstruktionsfehler hatte oder ob das Gerät falsch bedient wurde.

          Die vierköpfige Familie wurde im Wohnzimmer gefunden, nachdem Freude die Polizei verständigt hatten. Diese machten sich Sorgen, weil die sonst zuverlässige Familie nicht zu Verabredungen erschien und auch telefonisch nicht erreichbar war. Die Polizei öffnete deswegen die Wohnung. Die Familie stammt aus Eritrea.

          Ein Toter nach Verfolgungsjagd

          Angetrunken und ohne Führerschein hat sich ein 17-Jähriger in Worms mit einem Auto eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Dabei verursachte er einen Unfall, bei dem einer seiner Beifahrer starb. Das Auto war am frühen Morgen einer Streife aufgefallen, die deshalb das Fahrzeug mit vier jungen Leuten kontrollieren wollte, wie die Polizei in Worms am Freitag berichtete. Als der Autofahrer dies bemerkte, flüchtete er mit hoher Geschwindigkeit. Auch ein zweiter Streifenwagen konnte das Auto nicht stoppen.

          Schließlich verlor der Lenker die Kontrolle über den Wagen, raste über eine Verkehrsinsel und prallte gegen eine Bushaltestelle, die völlig zerstört wurde. Dabei wurde der nicht angeschnallte 23-Jährige aus Worms aus dem Auto geschleudert und tödlich verletzt. Zwei 19 und 21 Jahre alte Männer auf dem Rücksitz erlitten schwere Verletzungen. Der leicht verletzte Fahrer floh zunächst und wurde später in seiner Wohnung festgenommen. Nach ersten Ermittlungen war der Unfallwagen nicht zugelassen und mit Kennzeichen eines anderen Fahrzeugs versehen.

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