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Unglück der Costa Concordia : Besatzungsmitglieder und Krisen-Manager zu Haftstrafen verurteilt

  • Aktualisiert am

Die Concordia liegt noch immer vor der Insel Giglio Bild: AP

In der Aufarbeitung des Concordia-Unglücks sind nun alle Verfahren, bis auf das gegen Kapitän Francesco Schettino, abgeschlossen. Ein italienisches Gericht verurteilte vier Besatzungsmitglieder und einen Krisen-Manager zu milden Haftstrafen.

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          Eineinhalb Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ sind die ersten Mitverantwortlichen des Unglücks mit 32 Toten verurteilt worden. Gegen einen Reedereivertreter und vier Besatzungsmitglieder wurden am Samstag Haftstrafen zwischen 18 und 34 Monaten verhängt, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Opfervertreter kritisierten das Urteil des zuständigen Gerichts im toskanischen Grosseto als zu milde.

          Die „Costa Concordia“ war am Abend des 13. Januar 2012 bei einem riskanten „Grußmanöver“ vor der Insel Giglio auf Grund gelaufen und gekentert. 32 Menschen starben, darunter zwölf Deutsche. Das seitlich gekippte 114.500-Tonnen-Schiff ist bis heute nicht geborgen. Im Hauptverfahren gegen Kapitän Francesco Schettino mit 250 Nebenklägern sind mehr als 400 Zeugen geladen.

          Die höchste Strafe erhielt ein Krisen-Manager

          Mit der höchsten Strafe von zwei Jahren und zehn Monaten wurde am Samstag der Krisen-Manager der Reederei Costa Crociere belegt, Roberto Ferrarini. Er war als einziger der fünf Verurteilten nicht auf dem Boot gewesen und reagierte nach Ansicht der Richter nicht schnell und effizient genug auf das Unglück. Schiffshotel-Direktor Manrico Giampedroni soll gemäß Urteil zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Ein Steuermann, eine Schiffsoffizierin und der Vize-Kapitän wurden mit Haftstrafen zwischen eineinhalb Jahren und 23 Monaten belegt.

          Die Angeklagten hatten zumindest eine Teilschuld an dem Unglück anerkannt, um ihre Strafe zu mildern. Ihr Prozess lief neben dem Hauptverfahren gegen Kapitän Schettino, der dem Gericht ebenfalls einen Deal angeboten hatte. Auch er will sich teilweise schuldig bekennen, wenn das Strafmaß im Gegenzug auf drei Jahre und fünf Monate Haft begrenzt wird. Über seinen zwischenzeitlich abgeschmetterten und am Samstag nochmals erneuerten Antrag ist bislang nicht entschieden.

          Anwälte befürchten, dass alle Schuld auf Schettino geschoben wird

          Schettino hatte den havarierten Kreuzer verlassen und war trotz mehrfacher Aufforderung der Hafenbehörden nicht an Bord zurückgekehrt, obwohl die meisten der 4229 Passagiere noch nicht in Sicherheit waren. Nach Ansicht der Ermittler hätten alle Schiffsinsassen das Unglück mit einem besseren Krisenmanagement überleben können.

          „Schettino ist verantwortlich für das Geschehen, die anderen tragen nur geringe Mitschuld“, sagte Staatsanwalt Francesco Verusio. Ein Anwalt der zivilen Nebenkläger hatte dieser Einschätzung noch vor dem absehbaren Urteil gegen die fünf Mitbeschuldigten widersprochen: „Es gibt eine offensichtliche Diskrepanz zwischen ihrer Behandlung und der Schettinos“, wurde Daniele Bocciolini von der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ zitiert. „Es ist nicht normal, dass er der einzige Missetäter sein soll.“

          Massimiliano Gabrielli von der Opfervereinigung „Gerechtigkeit für die Concordia“ äußerte sich empört über die am Samstag verhängten Strafen: Diese entsprächen dem üblichen Maß bei Verstößen gegen italienisches Baurecht und seien damit völlig „unterdimensioniert“.

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