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Vermeidbare Verkehrsunfälle : „Es ist wirklich frustrierend“

Blumen und Kerzen sind vor einem weißen Geisterrad an der Stelle eines tödlichen Radunfalls in Berlin-Mitte aufgestellt. Bild: dpa

Hierzulande sterben jeden Monat 270 Menschen bei Verkehrsunfällen. Warum in Deutschland zu wenig gegen tödliche Unfälle getan wird und was Schweden besser macht, erklärt Unfallforscher Wolfram Hell.

          4 Min.

          Am 20. Mai 2019 radelt in München ein elfjähriger Junge mittags auf dem Fahrradweg von der Schule nach Hause. Neben ihm auf der Straße fährt ein Lastwagen. Der Fahrer biegt an einer Kreuzung rechts ab, der Junge fährt geradeaus, er hat grün. Der Fahrer sieht das Kind beim Abbiegen offenbar nicht, weil es im toten Winkel verschwindet. Der Junge wird vom 7,5-Tonner erfasst, im Krankenhaus erliegt er seinen Verletzungen. Ein Jahr zuvor, dieselbe Stadt, eine andere Kreuzung: Ein rechts abbiegender Lastwagen überfährt ein neunjähriges Mädchen, das auf dem Weg zur Schule ist. Das Kind stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Wieder ein Jahr davor, wieder München: Eine 51 Jahre alte Schauspielerin aus der Serie „Marienhof“ wird von einem Lastwagen überrollt, als sie auf dem Fahrrad eine Kreuzung überqueren will. Sie hatte ebenfalls grün. Sie stirbt noch auf der Straße.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Herr Hell, muss man die toten Radfahrer und Fußgänger durch rechts abbiegende Lastwagen als Naturereignis hinnehmen?

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