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UN-Bericht nach Tsunami : 190.000 Menschen benötigen Nothilfe

  • Aktualisiert am

Vor allem die Stadt Palu in Sulawesi wurde von dem Tsunami getroffen. Bild: AFP

Die Zahl der Todesopfer des Tsunamis in Sulawesi steigt auf mehr als 840. Die inoffiziellen Zahlen sind weitaus höher. Eine Gruppe deutscher Touristen überlebt unverletzt, sie klagen aber über unzureichende Informationen der Behörden.

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          Nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien wehren sich die Behörden gegen Kritik am Warnsystem. Die Leiterin der zuständigen Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik rechtfertigte die Entscheidung, die ausgerufene Tsunami-Warnung am Freitagabend nach einer halben Stunde wieder aufzuheben. Zu diesem Moment habe es keine Flutwellen mehr gegeben, sagte Behördenchefin Dwirkorita Karnawati der Zeitung „Jakarta Post“ (Montag).

          Der Behörde zufolge wurde die Küstenstadt Palu nach der Serie von Erdbeben innerhalb weniger Minuten von drei Flutwellen getroffen. „Der Strand von Palu wurde in der Dämmerung von drei Wellen erfasst. Das hat zweieinhalb Minuten gedauert“, sagte sie der Zeitung. „Die dritte und höchste hat Häuser und Kioske mit sich gerissen.“ Die Tsunami-Warnung sei dann erst einige Minuten später aufgehoben worden, um genau 18.37 Uhr Ortszeit.

          Aus Sicht des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam (GFZ) war jedoch auch das zu früh. „Das System sieht vor, dass die Warnung frühestens nach zwei Stunden aufgehoben werden darf“, hatte GFZ-Sprecher Josef Zens dem „Tagesspiegel“ gesagt.

          Um internationale Hilfe gebeten

          Die Rettungskräfte haben am Montag die Suche nach Überlebenden wieder aufgenommen. Die Arbeiten auf der Insel Sulawesi werden nach Angaben von Helfern dadurch erschwert, dass es an technischem Gerät und Treibstoff fehlt. Das Militär flog Generatoren ein, weil der Strom nach den zwei schweren Erdbeben und der folgenden Flutwelle an vielen Orten immer noch unterbrochen ist.

          In der besonders heftig getroffenen Stadt Palu wurden weitere Tote aus den Trümmern gezogen. Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde konnten aus einem Hotel und einem Restaurant aber auch zwei Überlebende geborgen werden. In der Nacht wurde die Suche dann unterbrochen.

          Der indonesische Präsident Joko Widodo hat unterdessen um internationale Hilfe gebeten. Die Investitionsbehörde des 260-Millionen-Einwohner-Landes, soll die Hilfe zu koordinieren. Dies teilte der Chef der Behörde,  Thomas Lembong, am Montag in der Hauptstadt Jakarta mit. Zuvor hatten schon zahlreiche Staaten und internationale Organisationen Hilfsangebote gemacht, auch die Europäische Union.

          Die Zahl der Todesopfer bei der Tsunami-Katastrophe in Indonesien hat sich weiter erhöht. Nach der jüngsten Zwischenbilanz der nationalen Katastrophenschutzbehörde von Montag kamen bei der Serie von Erdbeben und der folgenden Flutwelle mindestens 844 Menschen ums Leben. Dabei handelt es sich nach Angaben von Behördensprecher Sutopo Nugroho nur um Todesopfer, die bereits identifiziert wurden.

          Deutsche Urlauber in Tauchresort unverletzt

          In Berichten indonesischer Zeitungen war bereits von mehr als 1200 Toten die Rede. Sutopo sagte, dabei handele es sich bislang nur um Schätzungen. Befürchtet wird, dass die Zahlen in den nächsten Tagen noch weiter steigen. Mindestens 90 Menschen werden nach offiziellen Angaben noch vermisst.

          In den Erdbebengebieten auf der indonesischen Insel Sulawesi benötigen nach Schätzungen der Vereinten Nationen 191.000 Menschen Nothilfe. Unter den Betroffenen seien 46.000 Kinder und 14.000 ältere Menschen, wie das UN-Büro für humanitäre Hilfe (Ocha) am Montag mitteilte.

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