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Umweltschützer besorgt : Blutroter Fluss wegen Industrieunfalls in Russland

Der Fluss Daldykan, aufgenommen am 8. September Bild: AFP

Ein sibirischer Fluss hat sich Anfang September rot verfärbt. Erst jetzt hat ein russisches Unternehmen auf Druck von Anwohnern zugegeben: Ein Fehler in einem Metallwerk war Schuld.

          Das russische Unternehmen Norilsk Nickel hat zugegeben, dass ein Fehler in einem seiner Metallwerke dazu geführt hat, dass der Fluss Daldykan nahe der sibirischen Stadt Norilsk sich Anfang des Monats blutrot verfärbte. Das Umweltministerium in Moskau hatte auf Ersuchen von Anwohnern eine Untersuchung angeordnet.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Das Unternehmen, der weltgrößte Produzent von Nickel und anderen Industriemetallen, hatte zunächst seine Verantwortung bestritten. Am Montag gab es aber zu, dass „anormale Regenfälle“ am 5. September dazu geführt hätten, dass ein „Filtrationsbecken“ in seinem Werk „Hadjeschda“ (Hoffnung) in den Fluss übergelaufen sei. Es handele sich um eine kurzzeitige Verfärbung und der Vorfall stelle keine Gefahr für Menschen oder die Flussfauna dar, teilte Norilsk Nickel mit.

          Umweltschützer teilten hingegen mit, es sei noch zu früh, um die Schäden zu beurteilen. Die Stadt Norilsk, die mit gegenwärtig mehr als 170.000 Einwohnern die nördlichste Großstadt der Welt ist, geht auf ein 1935 gegründetes Arbeitsstraflager im sowjetischen GULag-System zurück. Die Region  gilt als eine der am meisten verschmutzten Gegenden der Welt. Atemwegserkrankungen sind besonders häufig. Generaldirektor von Norilsk Nickel ist Wladimir Potanin, der laut der amerikanischen Zeitschrift Forbes der reichste Mann Russlands.

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