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Uelzen : Schwelender Großbrand in Zuckersilo

  • -Aktualisiert am

Ursache unklar: der Großbrand im Silo schwelt seit Donnerstag Bild: dpa

Ein Silo mit 40.000 Tonnen Zucker ist in einem Werk in Uelzen in Brand geraten, Hubschrauber löschen aus der Luft. Der Kampf gegen die Flammen gestaltet sich schwierig, denn Zucker ist nur schwer zu löschen.

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          Hubschrauber der Bundespolizei haben auch am Freitag im Minutentakt Wasser auf ein Uelzener Zuckersilo abgelassen, das am Donnerstag aus noch ungeklärten Gründen in Brand geraten war. Das 90 Meter hohe Silo der Nordzucker AG mit einem Durchmesser von 45 Metern und gefüllt mit 40.000 Tonnen Zucker war erst vor einem Jahr für zehn Millionen Euro gebaut worden.

          Die Feuerwehr hatte die Hilfe von 16 Hubschraubern aus mehreren Bundesländern erbeten, die im Elbe-Seitenkanal Löschwasser nachfüllten. Ein benachbartes älteres Silo ist beim Brand stark beschädigt worden, weil Teile der Zufuhrbrücke darauf stürzten. Durch das Unglück soll ein Fünftel des gesamten Lagerbestands von Nordzucker betroffen sein. Niemand wurde verletzt, doch der Schwelbrand dürfte noch einige Tage währen. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

          Bahnstrecke zeitweise gesperrt

          Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover war am Donnerstag zeitweise unterbrochen worden, nachdem herumfliegende Teile die Oberleitungen beschädigt hatten. Die Zuckerfabrik liegt direkt an der Strecke von Hannover nach Hamburg, einer der wichtigsten Abschnitte der Bahn in Norddeutschland. Während der Reparaturarbeiten waren Fahrgäste mit Bussen zwischen Uelzen und Bienenbüttel befördert worden. Auch der übrige Bahnverkehr in Norddeutschland litt, weil die zentrale Zug-Werkstatt in Uelzen durch den Brand blockiert wurde. ICE-Züge der Deutschen Bahn wurden über Rotenburg umgeleitet.

          Mit Wasser aus dem Elbe-Seitenkanal: Mehr als ein Dutzend Hubschrauber aus mehreren Bundesländern helfen bei den Löscharbeiten
          Mit Wasser aus dem Elbe-Seitenkanal: Mehr als ein Dutzend Hubschrauber aus mehreren Bundesländern helfen bei den Löscharbeiten : Bild: dpa

          Der Großbrand war an einer Zufuhrbrücke oder an einer Zwischendecke des Betonsilos ausgebrochen. Bemühungen, das Feuer mit Wasserwerfern über einen riesigen Teleskopkran von Airbus einzudämmen, gelangen nur teils. Die Bürgerinitiative „Umweltschutz Uelzen“ sprach von einer giftigen Rauchwolke; die Bevölkerung wurde gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Wegen der Explosionsgefahr wurden vorübergehend angrenzende Betriebe und ein Tierheim geräumt und Straßen im Umkreis von 150 Metern gesperrt.

          Die Feuerwehr muss auf das Abkühlen des glühenden Zuckers warten. Mit einer Wärmebildkamera suchte sie nach Glutnestern. Da das Stahlbeton-Silo keine Öffnungen hat, kann der gelagerte Weißzucker nicht entfernt werden. Zucker lässt sich sehr schwer löschen. Welche Auswirkungen der Brand auf die Produktion auf dem Gelände im unbeschädigten Teil hat, war vorerst nicht abzuschätzen. Dort stehen insgesamt neun Silos des zweitgrößten Zuckerherstellers Europas. Der Standort Uelzen im Industriegebiet leicht nördlich der Innenstadt gilt aber nicht als gefährdet. Der Vorstand von Nordzucker fuhr noch am Donnerstag vom Hauptsitz in Braunschweig nach Uelzen. Brandermittler konnten ihre Arbeit wegen der Einsturzgefahr vorerst nicht aufnehmen. Weder ein technischer Defekt noch eine fahrlässige Brandursache können ausgeschlossen werden. Am Donnerstag hatte es offenbar Arbeiten am Silo gegeben, ob das aber zum Brand beigetragen habe, sei derzeit nicht zu klären.

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