https://www.faz.net/-gum-nyre

Überschwemmungen : Flutkatastrophe in Asien

  • Aktualisiert am

Der Fluß Brahmaputra änderte seinen Lauf Bild: AP

Nach schweren Monsunregenfällen sind in Indien rund vier Millionen Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen. In Bangladesch machte eine neue Flutwelle am Sonntag rund 400.000 Menschen obdachlos.

          2 Min.

          Nach schweren Monsunregenfällen sind in Indien rund vier Millionen Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen. In Bangladesch machte eine neue Flutwelle am Sonntag rund 400.000 Menschen obdachlos. Unwetter forderten am Wochenende mindestens 59 Todesopfer in den beiden benachbarten Ländern, 47 davon in Indien. Seit Beginn der schweren Regenfälle vor einem Monat starben dort nach inoffiziellen Schätzungen mindestens 160 Menschen.

          Hilfsorganisationen warnten, die Zahl könne noch weit höher liegen. In Bangladesch erhöhte sich die Zahl der Toten am Sonntag auf 112. Mehrere Dämme in Bangladesch drohten zu brechen, einer davon nahe der Hauptstadt Dhaka. Ein Ende der schweren Regenfälle ist nicht in Sicht. Der Monsun dauert normalerweise bis Ende August.

          Auch China schwer betroffen

          Im Osten Chinas entspannte sich die Lage dagegen. Am Sonntag schien die Sonne in der besonders schwer betroffenen Provinz Anhui, die Pegel des Flusses Huai gingen nach Angaben der Behörden zurück. Trotzdem arbeiteten noch immer 1,5 Millionen Menschen in Schichten, um die Deiche auf Schwachstellen zu kontrollieren. Zuvor waren Hunderttausende Einwohner entlang des Huai aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht worden.

          Das chinesische Fernsehen zeigte am Samstag Bilder von Freiwilligen, die mit Sandsäcken die Deiche des Hongze-Sees verstärkten. Mit gezielten Überflutungen versuchten die Behörden, den Druck auf die Deiche zu mindern und größere Ortschaften zu schützen. In den staatlichen Medien hieß es, die Überschwemmungen entlang des Flusses seien die schlimmsten seit 1991. Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao hat dazu aufgerufen, gemeinsam gegen die nationale Katastrophe anzukämpfen.

          Ein Drittel Bangladeschs unter Wasser

          Ein Drittel der Fläche Bangladeschs steht unter Wasser. Tausende Hütten wurden weggerissen, Haustiere ertranken, Reisfelder waren überflutet. Weil auch Straßen und Eisenbahnschienen überschwemmt waren, kam der Verkehr im Norden und in der Mitte des Landes zum Erliegen. Sauberes Trinkwasser wurde mancherorts knapp. Bisher kamen 123 Personen in den Fluten ums Leben. In Indien war vor allem der Unionsstaat Assam betroffen. Ein Zufluß des Brahmaputra änderte am Freitag seinen Kurs, dabei wurden nach Polizeiangaben im Dorf Madarbari Häuser weggespült.

          Im gesamten Nordosten Indiens standen 3000 Dörfer unter Wasser. Auch der Nationalpark Kaziranga in Assam war betroffen, das 430 Quadratkilometer große Gebiet war zu zwei Dritteln überschwemmt. In dem Park leben 1500 der insgesamt nur noch 2200 einhörnigen Nashörner sowie 21 weitere gefährdete Tierarten. Bei ihrer Flucht auf höhergelegenes Gelände werden sie nun auch von Wilderern und vom Straßenverkehr bedroht. Aufseher mit Booten sind bemüht, vom Wasser eingeschlossene Tiere zu retten.

          In Assam ist die Armee im Katastropheneinsatz. Neunzehn der 23 Distrikte des Staates und rund 60 000 Hektar Ackerland stehen unter Wasser. Etliche Trinkwasserquellen sind verseucht. Hilfsorganisationen warnten vor dem Ausbruch von Seuchen. Die zentrale Wasserkommission teilte mit, die Situation könne sich in den nächsten Tagen weiter verschlimmern.

          Topmeldungen

          Proteste in Hongkong : China setzt auf Konfrontation

          Der Hass auf Peking hat eine radikale Eigendynamik entwickelt. In Hongkongs Jugend wächst die Sehnsucht nach einer eigenen Nation. Für alle Seiten droht ein bitteres Ende.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Interview zu Shitstorms : #HASS im Netz

          Nutzer überschwemmen seit Jahren Konzerne, Politiker und Privatpersonen mit empörten Kommentaren. Ein Wissenschaftler erklärt, ob man Shitstorms mit mittleralterlichen Prangern vergleichen kann und ob Klarnamen helfen würden.
          Der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China wird nach Ansicht von Fachleuten auf absehbare Zeit im Zentrum des Interesses an der Wall Street stehen.

          Wall Street : Die Skepsis am China-Abkommen wächst

          Im Handelskonflikt zwischen Amerika und China haben Börsianer wenig Hoffnung auf wirkliche Fortschritte. Der positive Auftakt der Bilanzsaison sorgt zwar für etwas Erleichterung – doch sind noch viele Fragen offen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.