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Über 300 Tote in Haiti : Millionen Amerikaner sollen sich vor „Matthew“ in Sicherheit bringen

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Ein Blick auf Jeremie im Südwesten Haitis, nachdem „Matthew“ abgezogen ist Bild: Reuters

Sechs Jahre nach einem verheerenden Erdbeben erlebt die Karibikinsel Haiti abermals eine desaströse Naturkatastrophe. Helfer melden viele Tote und Tausende zerstörte Häuser. Nun trifft der Sturm auf Florida.

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          Auf der Karibikinsel Haiti ist die Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan „Matthew“ weiter angestiegen. Allein in dem am stärksten betroffenen Department Sud starben über 300 Menschen. Das berichtete der Radiosender Metropole am Donnerstag unter Berufung auf den örtlichen Zivilschutz. Zuvor hatten die Behörden 108 Todesopfer im ganzen Land gemeldet, davon 26 im Department Sud. 

          Der Wirbelsturm hatte in der Karibik massive Verwüstungen angerichtet. Besonders schwer wurde der Südwesten Haitis getroffen. Der Abgeordnete Pierre-Louis Ostin berichtete, dass allein in der südlichen Gemeinde Roche-à-Bateau mindestens 50 Menschen getötet worden seien. Die Hilfsorganisation Care teilte mit, in der südhaitianischen 30.000-Einwohner-Stadt Jérémie habe der Sturm rund 80 Prozent der Gebäude zerstört.

          Spur der Verwüstung : Hurrikan „Matthew“ hinterlässt auf Haiti viele Tote

          Nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Hilfe ist die Hälfte der elf Millionen Haitianer von dem Wirbelsturm betroffen. Da viele der am stärksten betroffenen Gebiete nicht mehr erreichbar waren, ist das genaue Ausmaß der Katastrophe noch nicht abschätzbar. In dem völlig verarmten Karibikstaat leben sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 200.000 Toten immer noch Zehntausende in Zelten und Notunterkünften, die Versorgung in Kliniken erfolgt derzeit ohne Strom. Hilfsorganisationen warnen vor Krankheiten: „Die Katastrophe ist noch nicht vorbei: Durch die Überflutung können auch Krankheiten wie Cholera oder das Dengue Fieber wieder ausbrechen - dann ist weitere Hilfe dringend notwendig“, sagte Projektkoordinator der Organisation Help, Timo Stegelmann am Freitag in Bonn.

          Am frühen Freitag bewegte sich „Matthew“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde auf die Küste der Vereinigten Staaten zu. Präsident Barack Obama verkündete den Ausnahmezustand für Florida und den weiter nördlich gelegenen Bundesstaat South Carolina, was die unmittelbare Freigabe von Bundesmitteln für Notmaßnahmen ermöglichte.

          Die Behörden in Florida, Georgia und South Carolina ordneten die Evakuierung küstennaher Regionen an. Drei Millionen Menschen waren aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Der Hurrikan schöpfte zwischenzeitlich auf seinem Weg in Richtung Amerika neue Kraft und wurde wieder auf die Stärke 4 hochgestuft, danach schwächte er sich abermals ab auf Kategorie 3. Sie bezeichnet Wirbelstürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern. Trotz der leichten Abschwächung drohten dem Südosten der Vereinigten Staaten weiter massive Schäden.  Der amerikanische Wetterdienst sprach von „lebensbedrohlichen“ Bedingungen.

          Hurrikan „Matthew“: aktuelle Position und durchschnittliche Windgeschwindigkeiten 10 Meter über der Oberfläche (Klick in die Karte)

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