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Türkei : Mindestens zwölf Tote nach Hauseinsturz

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Unter dem Hochhaus sind noch Menschen verschüttet Bild: REUTERS

Vermutlich auf Grund von baulichen Mängeln brach ein erst vor wenigen Jahren in der türkischen Stadt Konya errichtetes Wohnhaus am Montagabend völlig in sich zusammen. Wie viele Menschen verschüttet sind, ist unklar.

          Nach dem Einsturz eines zehnstöckigen Wohnhauses in der türkischen Stadt Konya sind bis zum Dienstagmorgen 28 Bewohner verletzt geborgen worden. Die Zahl der Toten stieg auf zwölf. Nach Angaben des Provinzgouverneurs Ahmet Kayhan gehen die Behörden davon aus, daß „mindestens 70 Menschen“ verschüttet wurden. Besonders die Überlebenschancen derer, die in den unteren Etagen des Gebäudes wohnten, werden als nicht sehr hoch eingeschätzt. „Ich sehe nicht mehr viel Chancen, noch Überlebende zu bergen“, sagte der Rettungssanitäter Hakan Korkut am Morgen. Die Beseitigung der Trümmer gestalte sich sehr schwierig, „weil der Beton zerbröckelt ist“.

          Am Dienstag morgen gab es aus den Trümmern des eingestürzten Hauses nach Angaben der Rettungsteams noch Lebenszeichen. Stimmen seien auf der Rückseite des mehrere Meter hohen Trümmerberges zu hören, berichteten türkische Medien. Aus amtlichen Aufzeichnungen sei ersichtlich, daß in dem Haus 144 Menschen gelebt hätten.

          Bauliche Mängel

          Vermutlich auf Grund von baulichen Mängeln war das erst vor wenigen Jahren errichtete Wohnhaus am Montagabend völlig in sich zusammengebrochen. Nachbarn sagten, es habe strukturelle Probleme bei dem Haus gegeben. Die Architekten hätten jahrelang nicht geschafft, die Genehmigung zum Einzug in die Wohnungen zu bekommen. „Wenn das Haus plötzlich eingestürzt ist, dann gibt es ein Problem mit der Konstruktion", sagte der Gouverneur von Konya, Ahmet Kayhan.

          Nach dem Kollaps

          Von den zehn Stockwerken blieb nur ein fünf Meter hoher Trümmerhaufen übrig. Bei der Suche nach Überlebenden setzen die Rettungsmannschaften auch Hunde ein. Die Helfer waren aus verschiedenen Teilen des Landes herbeigeeilt. Angesichts des Trümmerhaufens sprachen Augenzeugen von einem Einsturz „wie nach einem Erdbeben“. „Wir hörten einen gewaltigen Lärm“, sagte der Inhaber einer nahe gelegenen Konditorei, Yeter Oguz. „In der Luft war so viel Staub, daß wir erst nach zehn Minuten erkennen konnten, welches Gebäude eingestürzt war.“

          Immer wieder Hauseinstürze

          Hauseinstürze wegen baulicher Mängel werden immer wieder aus der Türkei gemeldet. Erst am Samstag kamen in Istanbul sechs Menschen beim Einsturz von zwei Holzhäusern ums Leben. Im Juni stürzte ein Schülerheim vermutlich nach einer Gasexplosion ein, zehn Kinder verloren dabei ihr Leben. Schlechte Bauqualität wird auch immer wieder als Grund für hohe Opferzahlen bei Erdbeben genannt.

          Am Montag waren viele Menschen in Konya, das rund 200 Kilometer südlich von Ankara liegt, anläßlich des muslimischen Festes Eid el Adha zu Besuch bei Verwandten und Freunden.

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