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Absturz von Spaceship Two : Branson hält am Weltraumtourismus fest

  • Aktualisiert am

Wrackteile des abgestürzten „SpaceShipTwo“ von Virgin Galactic in der kalifornischen Wüste Bild: Reuters

Obwohl sein Raumflugzeug „SpaceShipTwo“ in Kalifornien abgestürzt ist, will der britische Milliardär Richard Branson seine Pläne im All fortsetzen: „Der Weltraum ist es wert.“

          Nach dem Absturz eines Raumflugzeugs des Unternehmens Virgin Galactic hat Firmengründer Richard Branson angekündigt, an seinen Plänen für Privatreisen ins Weltall festzuhalten. „Der Weltraum ist hart, aber er ist es wert. Wir werden durchhalten und weitergehen“, schrieb der britische Milliardär in der Nacht auf Samstag in einem Blogeintrag. „Wir haben immer gewusst, dass der Weg ins All extrem schwierig ist und dass jedes neue Transportmittel zu Beginn auch schlechte Tage verkraften muss“, schrieb er weiter.

          Das „SpaceShipTwo“ von Virgin Galactic stürzte am Freitag in der kalifornischen Mojave-Wüste ab. Ein Pilot starb bei dem Unfall. Die Raumkapsel mit Raketenantrieb sollte im kommenden Jahr erste Privatpassagiere für einen Preis von umgerechnet rund 200.000 Euro ins All befördern. Experten erwarten durch den Absturz einen schweren Schlag für das Geschäft mit dem Weltraumtourismus.

          Dass Virgin Galactic an seinem Geschäftsmodell festhalten möchte, machte auch Firmenchef George Whitesides wenige Stunden nach dem Vorfall deutlich. Das Unternehmen schulde es den Piloten und allen, die an dem Flugzeug gearbeitet haben, den Vorfall zu verstehen und anschließend weiterzumachen, sagte er in einer ersten Stellungnahme. „Das ist, was wir tun werden.“

          Branson, der mit Schallplatten und Fluggesellschaften das Imperium Virgin Group aufbaute, kündigte an, zu der Absturzstelle zu fahren. „Es wird eine der schwierigsten Reisen meines Lebens“, schrieb der 64 Jahre alte Unternehmer. „Unsere Gedanken sind bei den Familien derjenigen, die von dem tragischen Vorfall betroffen sind.“

          SpaceShip Two

          Das „SpaceShipTwo“ war ein privates Raumflugzeug, das im Auftrag der Unternehmen Virgin Galactic und Scaled Composites entwickelt wurde. Hinter dem Projekt stand unter anderem der prominente britische Unternehmer Richard Branson, der damit ins Geschäft mit dem Weltraumtourismus einsteigen wollte.

          Die Maschine war nach Firmenangaben etwa 18 Meter lang und für eine Geschwindigkeit von 4200 Kilometern pro Stunde ausgelegt. Beim Start wurde sie zunächst von einem Trägerflugzeug in die Höhe getragen und später ausgeklinkt. Die maximale Flughöhe sollte 110 Kilometer betragen, also knapp über der Grenze zum Weltraum. Diese liegt bei einer Höhe von 100 Kilometern.

          In der Kabine war Platz für sechs Passagiere und zwei Piloten. Seit einigen Jahren wurde der Flugablauf mit dem „SpaceShipTwo“ getestet. Die erste Reise mit zahlenden Passagieren wurde immer wieder verschoben und sollte laut Branson nun 2015 stattfinden.

          Rund 700 Menschen hatten bereits Flugtickets für je 250.000 Dollar (rund 198.000 Euro) gebucht, um einen kurzen Flug in den Weltraum erleben zu können. Auch Prominente wie Angelina Jolie, Justin Bieber und Tom Hanks sollen auf der Liste gestanden haben.

          Vorgängermodell war „SpaceShipOne“, das vor zehn Jahren den ersten privaten bemannten Weltraumflug überhaupt absolvierte. Allerdings gab es dabei Probleme - so hatten sich zum Beispiel Teile der Außenverkleidung verformt. Doch dem Raumflugzeug gelang es, binnen zwei Wochen zweimal den Weltraum zu erreichen und damit den Ansari X-Prize einer amerikanischen Stiftung zu gewinnen: Für diese historische Leistung gab es zehn Millionen Dollar. (dpa)

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