https://www.faz.net/-gum-16in2

Tropensturm „Agatha“ : Schneise der Verwüstung

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

In den mittelamerikanischen Ländern Guatemala, Honduras und El Salvador hat der Tropensturm „Agatha“ erhebliche Schäden verursacht. Fast 100 Menschen sind bereits gestorben.

          2 Min.

          Der Tropensturm „Agatha“ hat mit heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und Schlammlawinen eine Schneise der Verwüstung durch Mittelamerika geschlagen. Mindestens 96 Menschen kamen ums Leben. Am stärksten betroffen war Guatemala. Hier starben bis Sonntag allein 83 Menschen. Die Regierung befürchtet weitere Opfer und bat das Ausland um Hilfe. In der gesamten Region sind mehr als 80.000 Menschen aus ihren Häusern geflohen. Der Sturm schwächte sich nach seinem zerstörerischen Zug über Nacht etwas ab. Rettungskräfte warnten allerdings vor anhaltend schweren Regenfällen in den kommenden Tagen.

          Guatemalas Staatschef Alvaro Colom hatte am Samstag einen landesweiten Notstand ausgerufen. Nach seinen Angaben waren dutzende Ortschaften wegen blockierter Straßen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Schulen sollten in den nächsten Tagen geschlossen bleiben. In Honduras wurde am Sonntag der landesweite Notstand ausgerufen. Auch El Salvadors Staatschef Mauricio Funes verhängte den Notstand über sein Land. „Agatha“ sei zwar mittlerweile von einem Tropensturm auf ein tropisches Tief herabgestuft worden, aber das Erdrutsch- und Überflutungsrisiko bleibe weiter „sehr hoch“, erklärte Funes.

          Alles mitgerissen, was im Weg stand

          „Agatha“ ist der erste Sturm der diesjährigen pazifischen Hurrikan-Saison, der einen Namen erhielt. Die Tropensturmsaison dauert in der nördlichen Hemisphäre vom 1. Juni bis zum 30. November. Der Sturm war am Samstag nahe der Grenze zu Mexiko auf die Küste Guatemalas getroffen. Die starken Regenfälle ließen in dem Land Flüsse über die Ufer treten und Schlammlawinen in die Täler rutschen. Im bergigen Landesinnern waren einige Städte und Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Die Rettungskräfte bemühten sich fieberhaft, die Kommunikationswege wieder aufzubauen. In der Stadt San Antonio Palopo machte eine gewaltige Schlammlawine ein ganzes Wohnviertel dem Erdboden gleich. Die Erdmassen hätten alles mitgerissen, was in ihrem Weg gestanden habe, sagte ein Bewohner in einem örtlichen Rundfunksender. Die heftigen Regenfälle schürten zudem Sorgen über die für das Land wichtige Kaffee-Ernte.

          Nach schweren Regenfällen kam es zu heftigen Überschwemmungen in Guatemala

          Verschlimmert wurde die Lage zudem durch den Ausbruch des Vulkans Pacaya 40 Kilometer südlich von Guatemala-Stadt am Donnerstag. Die Rettungskräfte warnten, dass Flüsse stärker anschwellen könnten als bei früheren Unwettern, da viele Abflusskanäle durch Asche verstopft seien. Nach Angaben des Zivilschutzes war der Vulkan auch am Sonntag noch aktiv, allerdings schien die Intensität nachzulassen. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Guatemala ab.

          Im Nachbarland El Salvador starben nach bisherigem Stand neun Menschen, wie Präsident Mauricio Funes mitteilte. In Honduras wurden nach offiziellen Angaben vier Menschen getötet, darunter eine Frau durch einen Stromschlag, als sie aus ihrem überschwemmten Haus gerettet werden sollte.

          Topmeldungen

          Ein türkischer Militärkonvoi inmitten von Fahrzeugen flüchtender Zivilisten im Norden der Provinz Idlib.

          Assads Vormarsch in Idlib : Geschichten der Ohnmacht

          Die syrischen Truppen rücken in Idlib ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung vor. Die Türkei hält mit Unterstützung für die Rebellen dagegen – aber nur, solange das Moskau nicht zu sehr verärgert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.