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Verschwundenes Flugzeug : Abbott spricht bei MH370 von Piloten-Suizid

Australiens ehemaliger Regierungschef spricht über MH370 Bild: dpa

Die Ursache für das Verschwinden des Flugs MH370 vor sechs Jahren ist bis heute ungeklärt. Umso überraschender, dass der damalige australische Premier nun von Piloten-Suizid spricht.

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          Malaysias Regierung war nach dem Verschwinden des Flugs MH370 vor rund sechs Jahren frühzeitig davon ausgegangen, dass der Pilot Suizid begangen und die anderen 238 Insassen mit sich in den Tod gerissen hatte. Das berichtete der frühere australische Premierminister Tony Abbott in einer neuen Dokumentation des Senders Sky News, deren erster Teil am Mittwoch im australischen Fernsehen ausgestrahlt werden sollte. Der Verdacht sei ihm damals von höchster Stelle mitgeteilt worden. Er deckt sich mit der Einschätzung einer Reihe von Fachleuten, die das Szenario des Piloten-Suizids seit langer Zeit für das wahrscheinlichste halten.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Vertreter der damaligen malaysischen Regierung zeigten sich irritiert von den Äußerungen des früheren australischen Premierministers. Es sei unverantwortlich, Schlüsse zu ziehen, bevor die Blackbox des Flugzeugs gefunden sei, sagte der ehemalige Ministerpräsident Najib Razak. Die Frage nach der Rolle des Piloten ist relevant, weil sie Rückschlüsse auf den möglichen Verbleib des Flugzeugs der Malaysia Airlines erlauben könnte. Es wird vermutet, dass es sich im südlichen Indischen Ozean befindet. Da Australien dem Gebiet am nächsten liegt, hatten die dortigen Behörden die Suche nach dem Wrack angeführt. In ihren Berechnungen waren die australischen Behörden davon ausgegangen, dass das Passagierflugzeug zum Ende seines rund siebenstündigen Flugs nicht mehr vom Piloten gesteuert und ins Meer gestürzt sei.

          Unabhängige Fachleute vermuten aber schon länger, dass der Pilot bis zum Ende am Steuer saß und das Flugzeug kontrolliert auf die Wasseroberfläche gesetzt hatte. Sie berufen sich dabei unter anderem auf den Zustand von Trümmerteilen, die an der Küste Ostafrikas und von vorgelagerten Inseln gefunden worden waren und nachweislich von MH370 stammen.

          In der Dokumentation sagen mehrere frühere Mitarbeiter der australischen Behörden, dass ihre Annahme womöglich falsch war. „Wir haben am falschen Ort gesucht“, sagt der ehemalige Verkehrsminister Warren Truss über die Aktion, die den australischen Steuerzahler 200 Millionen Australische Dollar gekostet haben soll. Eine Wiederaufnahme der Suche müsste von der malaysischen Regierung angestoßen werden. Sie hatte mitgeteilt, dass es für einen solchen Schritt glaubwürdige neue Spuren geben müsse.

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