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Nach dem Vulkanausbruch : Tonga räumt auf

Das Rote Kreuz leistet Nothilfe in Kanokupolu. Bild: EPA

Häuser, Bäume und Felder des Inselstaats sind von einer dicken Ascheschicht bedeckt, die das Aufräumen erschwert. Die Einwohner hoffen auf Regen. Nicht alle wollen in ihre Dörfer zurückkehren.

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          Nach dem Ausbruch eines Unterseevulkans laufen in Tonga nun die Aufräumarbeiten. „Die gesamte Insel Tongatapu ist mit Asche aus der Eruption bedeckt. Alle Dächer und alle Häuser, der Königspalast, die Ministerien, der Regierungssitz sind alle mit Asche bedeckt“, sagte der deutsche Honorarkonsul Carl Sanft am Montag der F.A.Z. telefonisch aus dem Inselstaat. Es sei unmöglich, so viel Dreck per Hand zu entfernen. „Wir bräuchten einen starken Regenguss, um die Straßen, die Blätter und das alles sauber zu kriegen“, sagte Sanft. Um Gesundheitsschäden durch das Einatmen des Vulkanstaubs zu verhindern, habe die Regierung das Tragen von Masken empfohlen. Nach Angaben des Honorarkonsuls sollen in einer Woche die Schulen wieder öffnen.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Laut den Behörden sind 84 Prozent der etwa 105.000 Einwohner von dem Ascheregen und dem Tsunami infolge der Eruption des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha’apai betroffen. Auch die Felder sind mit Asche bedeckt. Nach Angaben von Radio New Zealand werden Geräte zur Feldarbeit benötigt, um die Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten, außerdem Boote, damit die Fischer auf das Meer hinausfahren können. Auf einer der kleineren Inseln sei ein ganzes Dorf zerstört worden, sagte der Honorarkonsul. „Der Tsunami hat ihre Häuser von einer Seite zur anderen Seite getragen“, so Sanft. „Diese Menschen sind Fischer, sie leben vom Fischfang.“ Viele von ihnen seien mittlerweile von der Inselgruppe Ha’apai auf die Hauptinsel gebracht worden. „Sie sagen, sie wollen nie wieder zurückkehren.“

          Der Honorarkonsul selbst hatte sich zum Zeitpunkt der Eruption auf der Inselgruppe Vava’u weiter im Norden Tongas befunden. Am Tag des Ausbruchs habe es einen gewaltigen Knall gegeben, „viel lauter als ein Donnerschlag“. Danach seien die meisten Anwohner in höher gelegene Gebiete geflüchtet. Kurz danach hatte schon die Asche die Inseln bedeckt. „Der Himmel war dunkel und schwarz“, sagte Sanft. Anders als viele andere Bewohner hatte der Chef eines Handelsunternehmens Glück, da sein Haus von dem Tsunami nicht getroffen worden war.

          Bis auf ein paar Telefonleitungen ist die Kommunikation mit Tonga nach wie vor eingeschränkt. Es wird Wochen dauern, bis ein beschädigtes Unterseekabel repariert ist. Nach Angaben von Sanft sind bereits Flugzeuge mit Hilfsgütern aus Australien, China, Japan und Neuseeland gelandet. Militärschiffe haben Trinkwasser gebracht. Er werde der deutschen Botschaft in Wellington nun einen Lagebericht durchgeben und um deutsche Unterstützung bitten. „Ich habe die Regierung von Tonga gebeten, mir zu sagen, was sie am dringendsten brauchen“, sagte Sanft.

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