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In Thailand : Fußballer wollten sich aus Höhle buddeln

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Ein Polizist bewacht den Eingang zur Tham-Luang-Höhle Bild: AP

Mehr als eine Woche lang hatte ein thailändischer Militärarzt mit den Jugendlichen in der Höhle ausgeharrt. Auf Facebook hat er jetzt berichtet, wie er die Eingeschlossenen erlebte.

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          Die zwölf jungen Fußballer und ihr Trainer wollen sich nach dem glücklichen Ende des Höhlendramas in Thailand erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Für Mittwoch (1300 MESZ) kündigten die Behörden eine Pressekonferenz in der Provinzhauptstadt Chiang Rai an. Dort liegt das Team bislang zur Beobachtung im Krankenhaus. Noch in dieser Woche sollen die ersten Kinder aber nach Hause dürfen.

          Die Jungen hatten am 23. Juni während der Regenzeit trotz aller Warnungen einen Ausflug in eine Höhle unternommen. Dort wurden sie von Wassermassen überrascht und steckten fest. Erst nach 17 Tagen kamen der Betreuer und die letzten vier Kinder am Dienstagabend vergangener Woche frei.

          Das Drama und die glückliche Rettung wurden in aller Welt verfolgt. Seither gab es von dem Team und dem Trainer nur Video-Aufnahmen aus dem Krankenhaus. Erst am Wochenende hatte die Mannschaft erfahren, dass ein Taucher bei der Rettungsaktion gestorben war. Auf Fotos aus der Klinik war zu sehen, wie sie Dankesnachrichten auf ein Bild des Mannes schreiben.

          Militärarzt äußert sich zu Rettung

          Laut der „Bangkok Post“ schilderte ein thailändischer Militärarzt auf Facebook, wie er die Jungen in der Höhle erlebte. Pak Loharachun hatte die Eingeschlossenen dem Bericht zufolge mit anderen Tauchern am 2. Juli erreicht und war dann bis zum Ende der Rettungsaktion am 10. Juli bei ihnen geblieben. „Die Kinder hatten vorher jeden Tag an einem Loch gegraben, um einen Ausweg zu finden. Sie haben es geschafft, fünf Meter tief zu graben, obwohl sie nichts zu essen hatten“, schrieb er.

          Die geretteten Jungen mit einem Bild des Tauchers der Thai Navy Seals, der bei ihrer Befreiung gestorben ist.

          Nicht nur der Durchhaltewillen und der Optimismus der Mannschaft beeindruckten den Arzt – sondern auch die Tatsache, dass die Jugendlichen ihren Müll nach dem Essen immer in Plastiktüten sammelten. Besonders lobte er den Trainer der Mannschaft: „Er hat ein gutes Herz und war wirklich engagiert: Mit dem Essen hat er immer gewartet, bis die Jungs satt waren.“

          Auch dank des Betreuers seien die Jugendlichen in einer viel besseren psychischen und körperlichen Verfassung gewesen, als man es am Anfang erwartet habe. „Ich bin mir sicher, dass sie wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden“, schrieb Pak Loharachun. Er hatte die Höhle dem Bericht zufolge als letzter Taucher verlassen, nachdem alle Jugendlichen gerettet waren.

            

          Wer an dem Unglück Schuld hat, wird in Thailand bisher nicht diskutiert. Zu dankbar sind die Angehörigen dem Trainer und den Behörden für ihre Hilfe. Dabei ist weiter unklar, warum der Trainer mit den Jugendlichen in die Höhle ging, obwohl schwere Regenfälle angekündigt waren.

          In der Erleichterung über die Rettung spielt es auch keine Rolle mehr, warum die Behörden den Zutritt zur Höhle auf einem Schild am Eingang erst von Juli an verboten, obwohl es dort gerade im Juni oft heftige Überschwemmungen gibt.

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