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Indonesien : Technischer Defekt ließ Maschine von Air Asia abstürzen

Das Wrack der Maschine konnte aus dem Wasser geborgen werden. Bild: dpa

Knapp ein Jahr nach dem Absturz eines Flugzeugs von Air Asia über der Java-See ist die Ursache des Unglücks geklärt: Das Rudersystem war defekt. Doch auch falsches Verhalten der Piloten spielte offenbar eine Rolle.

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          Der Absturz eines Airbus-Flugzeugs der Air Asia vor bald einem Jahr in Indonesien war auf einen technischen Defekt sowie auf Fehler der Piloten zurückzuführen. Laut ihrem Ermittlungsbericht, den die nationale Verkehrssicherheitsbehörde am Dienstag veröffentlichte, habe ein Riss an einer Lötstelle das Rudersystem des Flugzeugs beeinträchtigt.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Vor dem Absturz des Flugs mit der Nummer QZ8501 über der Java-See soll der Defekt vier Warnsignale ausgelöst haben. Daraufhin versuchten die Piloten, das System neu zu starten, womit sie auch den Autopiloten abstellten. Die anschließenden Maßnahmen der Piloten hätten dann dazu geführt, dass sie die Kontrolle über das Flugzeug verloren.

          Nach Angaben der Behörde hatte es mit dem Flugzeugteil schon in den Monaten zuvor mehrfach Probleme gegeben. Ob die Fluggesellschaft fahrlässig gehandelt hat, ließ der Bericht offen. Tony Fernandes, der Chef von Air Asia, teilte auf Twitter jedoch mit, es gebe viel, was das Unternehmen, der Hersteller und die Luftfahrtindustrie aus dem Unglück lernen könnten.

          Häufung von Flugzeugunglücken

          In Indonesien mit seiner schnell wachsenden Luftfahrtindustrie sind allein in den vergangenen zwölf Monaten weitere Flugzeugunglücke mit Dutzenden Toten gemeldet worden. So war ein Militärtransporter mit Zivilisten an Bord in ein Wohngebiet der Stadt Medan auf der Insel Sumatra gestürzt. Im August war ein Propellerflugzeug des Unternehmens Trigana in Papua an einem Berg zerschellt.

          Der Ermittlungsbericht widerspricht den Spekulationen direkt nach dem Absturz am 28. Dezember, wonach schlechtes Wetter das Unglück ausgelöst haben könnte. Das Wetter sei „kein Faktor“ gewesen, heißt es darin. Der Pilot hatte ein Gewitter gemeldet und um eine größere Flughöhe gebeten, bevor das Flugzeug von den Radarschirmen der Luftfahrtkontrolle verschwunden war.

          Bei dem Absturz rund 40 Minuten nach dem Start auf dem Weg von der indonesischen Stadt Surabaya nach Singapur waren alle 162 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Rettungsmannschaften hatten erst Tage später das Wrack auf dem Meeresgrund unweit des indonesischen Teils der Insel Borneo entdeckt.

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