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Tausende auf der Flucht : Es brennt wieder in Malibu

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Manche Villen sind nur noch ein verkohltes „knuspriges Häufchen” Bild: AP

Rund einen Monat nach den Waldbränden in Kalifornien stehen Teile des amerikanischen Bundesstaats erneut in Flammen. Im Küstenort Malibu - wo zahlreiche Hollywood-Stars zu Hause sind - fielen bereits Dutzende Villen dem Buschfeuer zum Opfer.

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          Einen Monat nach den verheerenden Buschbränden in Südkalifornien lodern erneut die Flammen. Betroffen ist vor allem die Millionärs-Siedlung Malibu nördlich von Los Angeles. Ein schnell um sich greifendes Buschfeuer hat am Samstag in dem Küstenort 49 Häuser in Schutt und Asche gelegt. Eine von heftigen Winden angefachte Feuerwalze hatte zeitweise mehr als 10.000 Kalifornier aus ihren Häusern vertrieben. Für das hügelige Hinterland und einige malerische Küstenabschnitte ordnete die Polizei Massenevakuierungen an.

          Dank eines Großeinsatzes von 1700 Helfern und einer Flotte von Löschflugzeugen konnte der Brand bis zum Abend zu 25 Prozent eingedämmt werden, wie der Radiosender KCBS berichtete. Mit einem neuerlichen Aufleben der heftigen Winde wurde nicht gerechnet. Bis Sonntagabend wollte die Feuerwehr mindestens die Hälfte des Feuers unter Kontrolle haben.

          Santa-Ana-Winde

          Die heftigen Santa-Ana-Winde haben in den frühen Morgenstunden das Feuer im hügeligen Hinterland von Malibu angefacht. Die Flammen breiteten sich schnell über eine Fläche von 18 Quadratkilometern aus. Fernsehsender zeigten dramatische Luftbilder von brennenden Wohnsiedlungen und dichten Rauchwolken über dem Küstenstreifen. Der Bassist der Rock-Band Red Hot Chili Peppers, Michael Balzary, verlor in den Flammen seine Zehn-Millionen-Dollar-Villa. Sein Anwesen sei zu einem „knusprigen Häufchen“ verkohlt, teilte der Musiker der „Los Angeles Times“ mit.

          Manche Villen sind nur noch ein verkohltes „knuspriges Häufchen” Bilderstrecke

          Erst im Oktober hatten Wald- und Buschbrände ein Dutzend Häuser in Malibu zerstört. In den Hügeln und an den Stränden des Ortes besitzen viele Hollywood-Stars, darunter Mel Gibson und Tom Hanks, teure Villen. Auch Showmaster Thomas Gottschalk hat dort eine Villa. Bei einem der schlimmsten Brände im Umland Malibus kamen im Jahr 1993 drei Menschen ums Leben. Damals brannten fast 300 Häuser ab, darunter die Villen der Schauspieler Sean Penn und Ali McGraw.

          Von den Flammen überrascht

          Sonia Enriquez war am Samstag um 5.00 Uhr morgens von den Flammen überrascht worden. „Wir wussten, dass die Santa-Ana-Winde wiederkommen würden. Wir hatten nur nicht damit gerechnet, dass es so schnell wieder passieren würde“, sagte das 29 Jahre alte Model der „Los Angeles Times“.

          Erste Untersuchungen der Brandursache deuteten auf „menschliche Aktivität“ hin, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Behörden. Die Polizei ging Hinweisen nach, nach denen mehrere Personen in einem abgelegenen Canyon campiert haben sollen, in dem das Feuer vermutlich entstanden war.

          Mehr als ein Dutzend Brände hatten Ende Oktober den Süden Kaliforniens - von Malibu bis San Diego - in ein Flammenmeer verwandelt. Knapp 2000 Häuser wurden zerstört, 1900 Quadratkilometer Land brannten ab. 17 Menschen kamen in den Flammen ums Leben.

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