https://www.faz.net/-gum-84y1r

Hitzewelle : Mehr als tausend Hitzetote in Pakistan

  • Aktualisiert am

Ein freiwilliger Helfer verteilt Wasser an Passanten in Karachi. Bild: Reuters

Seit Tagen leiden die Menschen im Süden Pakistans unter extrem hohen Temperaturen. Die Hitzewelle trifft die Hauptstadt Karachi besonders schlimm. Mehr als tausend Menschen starben bisher.

          Die Zahl der Hitzetoten im Süden Pakistans ist auf mehr als tausend gestiegen. Krankenhäuser und Nichtregierungsorganisationen, die mit weiteren Opfern rechneten, gaben die jüngsten Zahlen am Donnerstag bekannt. In der Region herrschen seit Tagen Extremtemperaturen, besonders schwer betroffen ist die Hafenstadt Karachi, wo tagelang bis zu 45 Grad Celsius gemessen wurden. Erst seit Mittwoch gehen die Temperaturen wieder leicht zurück.

          Ein Helfer lädt Eisblöcke ab.

          Man habe den Rest der Woche in Karachi zu freien Tagen erklärt, damit sich die Einwohner ausruhen könnten, sagte Provinzregierungschef Qaim Ali Shah. Militär und zivile Rettungsdienste richteten Dutzende provisorische Lager ein, um Opfer von Austrocknung medizinisch zu versorgen. Zurzeit ist Ramadan. Gläubige Muslime essen und trinken
          von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts, die hohen Temperaturen sind für fastende Menschen besonders gefährlich.

          Fastenregeln des Ramadan gelockert

          Ein führender Religionsgelehrter in Karachi stellte daher klar, dass der Islam älteren, kranken oder schwachen Menschen erlaube, das Fasten in solchen Extremsituationen auszusetzen „Die Menschen sollten ihr Leben nicht für eine religiöse Verpflichtung riskieren“, sagte Mufti Naeem. Der Kleriker folgt der wahabitischen Interpretation des Islam, die den Koran sehr streng auslegt. Sein Erlass kam daher für viele Pakistaner unerwartet.

          Der pakistanische Wetterdienst hatte für Dienstagabend den lang erwarteten Regen der Vormonsunzeit angekündigt. Die Gewitterschauer erreichten aber nur die nördlichen und mittleren Teile des Landes.

          Die Gluthitze kostete zahlreichen Menschen das Leben.

          Die meisten Opfer in Karachi starben nach Angaben von Ärzten an Hitzeschlägen. Besonders gefährdet sind die vielen Armen in der 20 Millionen Einwohner zählenden Metropole sowie Menschen, die im Freien arbeiten. Militär und zivile Rettungsdienste richteten Dutzende provisorische Lager für die medizinische Versorgung der Menschen ein. Tausende Menschen werden weiter in Krankenhäusern behandelt. Auf Fernsehbildern waren völlig überfüllte Hospitäler zu sehen, Menschen lagen auf dem Fußboden und in den Gängen. Erst im April und Mai starben bei einer Hitzewelle in Pakistans Nachbarland Indien knapp 2500 Menschen.

          Topmeldungen

          SPD-Regionalkonferenz Hamburg : Moin, Moin

          Die Kandidatentour der SPD ist in Hamburg angekommen – der Heimat des Favoriten Olaf Scholz. Aber ist es deshalb auch ein leichtes Heimspiel?

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.