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Taiwan : Dutzende Tote bei Flugzeugabsturz

  • -Aktualisiert am

Das Unglück forderte 47 Tote. Elf Menschen wurden verletzt. Bild: REUTERS

Beim schwersten Unglück eines Passagierflugzeugs auf Taiwan seit Jahren sind 48 Menschen ums Leben gekommen. Als Unglücksursache werden starker Wind und Regen vermutet.

          Bei der missglückten Landung eines Flugzeugs der Gesellschaft TransAsia vom Typ ATR-72 auf der zu Taiwan gehörenden Penghu-Inselgruppe sind am Mittwoch offiziellen Angaben zufolge 48 der 58 Insassen ums Leben gekommen. Zunächst hatten sich elf Personen mit teils schweren Verbrennungen aus dem Wrack befreien können, ein Passagier starb später jedoch im Krankenhaus.

          Das Turboprop-Flugzeug schaffte es nach Angaben der Behörden in Regen und Sturm nicht mehr bis zum Flughafen der dicht besiedelten Inselgruppe, sondern stürzte im Dorf Xixi rund einen Kilometer vor der Landebahn ab und ging in Flammen auf. Nach einem Bericht des taiwanischen Fernsehsenders TVBS war der Flug mit der Nummer GE222 unterwegs von der Stadt Kaohsiung im Süden Taiwans zu den Penghu-Inseln. An Bord waren 54 Fluggäste, unter ihnen vier Kinder, und vier Besatzungsmitglieder. Nach Angaben des französischen Außenministeriums waren auch zwei Franzosen unter den Fluggästen. Augenzeugen berichteten von einem Flammenmeer an der Absturzstelle.

          Als Unglücksursache werden starker Wind und Regen vermutet. Nach anderen Angaben gab es zur Zeit des Absturzes auf Penghu ein Gewitter. Der Start des Regionalverkehrsflugzeug in der Stadt Kaoshsiung war wegen schlechten Wetters schon um zwei Stunden verschoben worden, wie Fernsehsender berichteten. Vermutlich handelte es sich dabei um Ausläufer des Taifuns „Matmo“, der wenige Stunden zuvor über Taiwan hinweggefegt war.

          Der 60 Jahre alte Pilot Li Yiliang und sein 39 Jahre alter Copilot Jiang Guanxing hatten jeweils mehr als 20.000 Flugstunden zu verzeichnen. Die Maschine des französisch-italienischen Herstellers Avions de Transport Régional war zum Zeitpunkt des Unglücks 14 Jahre im Dienst. Nachdem die Piloten den ersten Landeversuch in Magong wegen schlechter Sicht abgebrochen hatten, bereiteten sie sich auf eine zweite Landung vor. Anschließend verloren sie den Funkkontakt zum Kontrollturm. Beim neuerlichen Landeanflug stürzte das Flugzeug über einem Wohngebiet ab und traf zwei Häuser. Der Sender CNA berichtete, dass fünf Anwohner verletzt wurden, aber bereits am Donnerstag das Krankenhaus wieder verlassen durften.

          Das Flugzeug ging in einem Wohngebiet nieder, mehrere Häuser und Autos wurden beschädigt.

          Ein Sprecher der Luftverkehrs- und Wetterbehörde sagte: „Ob es an starkem Wind und Regen gelegen hat, müssen wir noch herausfinden. Der Taifun war zwar schon weitergezogen, aber die Wetterlage könnte noch schlecht gewesen sein.“ Die Generaldirektorin der Luftverkehrsbehörde Jean Shen sagte, die Wetterbedingungen seien mit einer Sicht von 1600 Metern am Flughafen für eine Landung geeignet gewesen. Zwei Flugzeuge seien zuvor sicher gelandet. Der Flughafen Magong wurde nach dem Unglück geschlossen, sechs Flüge wurden zum Haupstadt-Flughafen Songshan umgeleitet.

          Flüge über Taiwan waren wegen des Taifuns weitgehend gestrichen worden. In einigen der ersten Berichte wurde die Frage gestellt, warum das Flugzeug überhaupt hatte starten dürfen. Jean Shen von der Luftverkehrsbehörde teilte mit, trotz Sturmwarnung habe das Flugzeug eine Starterlaubnis bekommen, weil sich das Wetter etwas gebessert habe. Die tödliche Bruchlandung gilt als schlimmstes Flugzeugunglück einer taiwanischen Fluggesellschaft seit zwölf Jahren. Am 25 Mai 2002 war ein Flugzeug von der Hauptstadt Taipeh auf dem Weg nach Hongkong in der Nähe der Insel Penghu ins Meer gestürzt, alle 224 Menschen an Bord waren ums Leben gekommen.

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