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Unfallursache geklärt : SUV-Fahrer aus Berlin hatte einen epileptischen Anfall

An der Unfallstelle legten Passanten zahlreiche Blumen in Gedenken an die Opfer ab. Bild: EPA

Über einen Monat nach dem Unfall mit vier Toten ist klar, warum der SUV-Fahrer in Berlin von der Straße abkam: Er hatte einen epileptischen Anfall. Ermittelt wird jetzt, ob der Mann den Anfall hätte vorhersehen können.

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          Wochenlang war unklar, was den schrecklichen Unfall in der Berliner Invalidenstraße auslöste, bei dem vier Menschen, darunter ein kleines Kind, zu Tode kamen. Nun ist die Ursache nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg geklärt: Der 42 Jahre alte Fahrer des SUV hatte einen epileptischen Anfall, durch den er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Die Generalstabsanwaltschaft Berlin bestätigte die Meldung auf Twitter. Einen technischen Defekt habe es nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht gegeben.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Aufgrund des Krampfanfalls habe der Fahrer einen Krampf im Bein erlitten, was dazu geführt habe, dass er das Gaspedal voll durchgedrückt habe, meldete der Sender unter Bezug auf Ermittlerkreise. Der Fahrer war Anfang September aus einer wartenden Autokolonne vor einer roten Ampel ausgeschert, hatte die Gegenfahrbahn gequert und war mit 104 Stundenkilometern in eine Traube von Passanten auf dem Gehweg gerast – auf dem Streckenabschnitt galt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern. Eine Großmutter und ihr drei Jahre alter Enkel sowie zwei junge Männer starben unmittelbar.

          Der Unfall hatte für großes Aufsehen gesorgt und eine Debatte darüber ausgelöst, ob sogenannte SUVs in Innenstädten verboten werden müssten. Die Polizei hatte schon unmittelbar nach dem Unfall darauf hingewiesen, dass auch ein medizinischer Notfall für den Unfall in Frage kommen könnte. Damals hieß es, der Fahrer habe unmittelbar vor der Fahrt Medikamente zu sich genommen. Er war nach dem Unfall mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden, zu Klärung der Unfallursache war ihm Blut abgenommen worden.

          Nach Angaben des RBB ermittelt die Staatsanwaltschaft nun, ob der Fahrer seinen Anfall hätte vorhersehen können und ob ihm deshalb fahrlässige Tötung zum Vorwurf zu machen ist. Nach Angaben der Ermittler nahm der Fahrer regelmäßig Medikamente ein. Der Unfall hatte dazu geführt, dass mehrere Politiker sich gegen SUV in Innenstädten ausgesprochen hatte. „Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt“, hatte der grüne Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, geäußert.

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