https://www.faz.net/-gum-8ken1

Flug MH370 : Rätsel ohne Ende

Sollten keine weiteren Hinweise gefunden werden, soll die Suche nach dem Flug MH370 bald eingestellt werden. Bild: dpa

Werden die Absturzursachen des malaysischen Fluges MH370 jemals aufgeklärt? Trotz neuer Erkenntnisse wird weiter über das Schicksal der verschollenen Maschine gestritten.

          Wird das Rätsel um den vor mehr als zwei Jahren verschwundenen malaysischen Flug MH370 jemals gelöst? Es wird nicht mehr lange dauern, bis das mit der Suche beauftragte niederländische Unternehmen das abgesteckte Gebiet im südlichen Indischen Ozean ganz durchkämmt hat.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die drei beteiligten Länder Australien, Malaysia und China haben beschlossen, dass die Suche danach ausgesetzt wird. Jedenfalls so lange, bis es „zuverlässige neue Beweise gibt, mit denen sich ein spezifischer Ort identifizieren lässt, an dem sich das Flugzeug befindet“, wie die drei Länder im Juli ankündigten.

          Schon jetzt hat die „Fugro Discovery“, eines der drei zuletzt aktiv an der Suche beteiligten Schiffe, das Gebiet verlassen. Es befindet sich auf dem Weg nach Singapur, wo es mit einer neuen Aufgabe betraut wird, die nichts mit dem verschollenen Flugzeug zu tun hat. Die bevorstehende Aussetzung der Suchaktion führt wieder zu vielen Berichten.

          Pilot soll Strecke zuvor geprobt haben

          Große Aufmerksamkeit bekam ein Artikel aus dem „New York Magazine“. Demnach war auf dem Flugsimulator des Piloten Zaharie Ahmad Shah eine Route gespeichert, die wie der von den Ermittlern berechnete mutmaßliche Weg der verschollenen Boeing 777 in den südlichen Indischen Ozean führte.

          Gerüchte über eine solche Route auf dem Flugsimulator des Piloten hatte es schon in den ersten Monaten nach dem Verschwinden des Flugzeugs gegeben. Doch der Artikel nahm direkt Bezug auf ein internes Dokument aus den Ermittlungsakten der malaysischen Polizei, das sich mit dem Piloten befasst.

          Es soll Erkenntnisse der amerikanischen Bundespolizei FBI aus der Untersuchung der Computerfestplatten aus seinem Besitz enthalten, wonach der Pilot die Strecke über den Indischen Ozean nur einen Monat vor dem Verschwinden des Flugzeugs am 8. März 2014 geprobt hat.

          Schuld des Piloten ließe sich nicht ableiten

          Identisch sind die beiden Routen, die auf dem Flugsimulator und der auf Basis von rudimentären Satellitendaten berechnete mutmaßliche Flugweg, gleichwohl nicht. Die simulierte Route endet laut „New York Magazine“ rund 900 Meilen (etwa 1448 Kilometer) von dem berechneten mutmaßlichen Endpunkt des Flugs entfernt.

          Dennoch nährt sie einen bei vielen Beobachtern schon lange gehegten Verdacht: dass der Pilot Zaharie Ahmad Shah das Flugzeug absichtlich von seinem Kurs abgebracht und in Richtung des südlichen Indischen Ozeans gelenkt haben könnte. Zumal die Route auf dem Flugsimulator später gelöscht wurde, von den Ermittlern aber rekonstruiert werden konnte.

          Nach Erscheinen des Artikels waren die federführenden Länder Malaysia und Australien zum ersten Mal gezwungen, die Existenz dieser Daten aus dem Flugsimulator einzuräumen. Sie wiesen aber darauf hin, dass sich daraus noch keine Sicherheit über eine Schuld des Piloten ableiten lasse.

          Kein Zweifel: Flugzeug ist kontrolliert weitergeflogen

          Laut Malaysias Verkehrsminister Liow Tiong Lai gibt es keine Beweise dafür, dass der Pilot das Flugzeug absichtlich statt wie geplant von Kuala Lumpur nach Peking über den Indischen Ozean gelenkt hat. „Die Simulator-Informationen zeigen lediglich eine Möglichkeit der Planung auf. Sie enthüllen weder, was in der Nacht passiert ist, in der das Flugzeug verschwand, noch wo sich das Flugzeug befindet“, hieß es in einer Mitteilung der Australier.

          Da es kaum Zweifel daran gibt, dass MH370 auch nach dem Abweichen von seiner planmäßigen Route zumindest eine Zeitlang kontrolliert weitergeflogen ist, bleibt das Piloten-Szenario dennoch das plausibelste.

          Topmeldungen

          Klimaaktivistin : Das Team hinter Greta

          Vor einem Jahr hat die schwedische Teenagerin Greta Thunberg ihre Schulstreiks begonnen. Heute ist sie weltberühmt und segelt über den Atlantik. Wir zeigen die Leute hinter ihr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.