Sturmtief „Ylenia“ : Welle zerschlägt Frontscheibe einer Hafenfähre
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Ein auf Twitter gepostetes Video dokumentiert die hereinbrechende Welle. Bild: Screenshot Twitter
Mit bis zu 156 Kilometern pro Stunde fegt Sturmtief „Ylenia“ über Deutschland. Zwei Autofahrer sterben, als Bäume auf ihre Fahrzeuge stürzen. Auf der Elbe zerschlägt eine große Welle die Frontscheibe einer Hafenfähre.
In der Nacht zu Donnerstag hat das Sturmtief „Ylenia“ große Teile Deutschlands getroffen. Doch das war offensichtlich nur der Anfang für einen stürmischen Wochenausklang. Am Freitag wird im Norden Deutschlands schon das Orkantief „Zeynep“ erwartet, schwere Orkanböen in der Nacht zum Samstag hinein werden befürchtet.
Doch auch das Sturmtief „Ylenia“ hat bis zum Donnerstagmittag schon seine Spuren im Land hinterlassen. Von Schleswig-Holstein bis hinunter nach Bayern hielt es die Einsatzkräfte im Atem. Vereinzelt fielen Bäume auf Häuser und beschädigten diese. Auch Dächer wurden durch den Wind beschädigt und teils abgedeckt. Zwei Menschen kamen ums Leben: Im niedersächsischen Landkreis Uelzen wurde nahe Bad Bevensen ein Mann in seinem Wagen von einer umstürzenden Eiche erschlagen. In Sachsen-Anhalt starb ein 55-Jähriger auf einer Landstraße bei Südharz. Ein Baum sei durch den starken Wind auf den Wagen des Mannes gefallen, teilte die Polizei mit. Daraufhin habe sich der fahrende Wagen überschlagen. In Germering bei München wurde ein Mann von einem Baum getroffen und schwer verletzt.
Ausfälle bei der Bahn und im Flugverkehr
Darüber hinaus blieben zumindest größere Schäden zunächst aus. Im Norden und Westen Deutschlands wurden Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert, die von den Einsatzkräften der Feuerwehr freigeräumt werden mussten. Auf der A29 bei Oldenburg wurde ein Lastwagen auf der Huntebrücke von einer Böe erfasst und kippte um; die Brücke wurde in Richtung Wilhelmshaven über viele Stunden gesperrt. Auch im Flugverkehr gab es einige Ausfälle.
Im Bahnverkehr kam es zu starken Einschränkungen in weiten Teilen Norddeutschlands. Nachdem viele private Bahnbetreiber bereits am Mittwochabend ihre Fahrten eingestellt hatten, setzte die Deutsche Bahn ab dem Donnerstagmorgen auch den Fernverkehr im Norden bis zum Mittag aus und kämpfte auch im Regionalverkehr mit starken Behinderungen. An vielen Stellen wurden die Oberleitungen durch umgestürzte Bäume beschädigt. Die Einschränkungen im Bahnverkehr dürften sich noch bis zum Samstag hinziehen; die Deutsche Bahn bietet an, dass Kunden bereits gekaufte Tickets später nutzen oder kostenfrei stornieren können.
Auch die Schulen blieben wegen Ylenia an vielen Orten geschlossen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung ließ den Unterricht am Donnerstag im ganzen Bundesland ausfallen, in Niedersachsen entschieden sich viele Landkreise ebenfalls dafür, die Schulen geschlossen zu halten. In Schleswig-Holstein und Hamburg wurde es den Eltern freigestellt, ihre Kinder zuhause zu lassen. Auch viele weitere Einrichtungen blieben geschlossen, wie Tierparks in Mecklenburg-Vorpommern oder auch Hamburg. In der Hansestadt wurden auch die Friedhöfe Ohlsdorf, Öjendorf, Volksdorf und Wohldorf geschlossen, alle Trauerfeiern und Beisetzungen wurden abgesagt. Herabfallende Äste und umstürzende Bäume könnten gefährlich für Besucher sein, hieß es.