https://www.faz.net/-gum-wh7w

Sturm : Riesenwelle lässt Fähre stranden

  • Aktualisiert am

Sturmopfer: Vor Blackpool auf Grund gelaufene Fähre „Riverdance” Bild: dpa

Halb Europa muss derzeit stürmische Tage überstehen. In der Irischen See mussten gleich 23 Menschen aus Seenot gerettet werden. In Schweden sind Tausende Haushalte ohne Strom. Hierzulande blieb es bisher bei kleineren Schäden.

          2 Min.

          Ein heftiger Sturm hat zwei Schiffe vor Großbritannien in Seenot gebracht. Eine Fähre mit 23 Menschen an Bord lief in der Nacht auf Freitag vor der westenglischen Küste bei Blackpool auf Grund, nachdem sie von einer Riesenwelle getroffen worden war.

          Alle Besatzungsmitglieder und Passagiere konnten in einer dramatischen Rettungsaktion bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern in Sicherheit gebracht werden, wie die Rettungskräfte mitteilten. Im Westen Schottlands lief unterdessen ein Fischdampfer auf Felsen auf. Die 14 spanischen Besatzungsmitglieder konnten von Bord geholt werden, während das Schiff voll Wasser lief.

          Die mit Lastwagen und Aufliegern beladene Fähre „Riverdance“ habe auf dem Weg von Nordirland vor der Grafschaft Lancashire Schlagseite bekommen, sagte ein Sprecher des Betreibers Seatruck Ferries. Nach ersten Angaben wurde niemand schwerer verletzt. Das Frachtschiff sollte am Freitag geborgen werden, es hatte auch 150 Tonnen Treibstoff an Bord. Die Rettung wurde von dem Unwetter erheblich behindert, die Wellen sollen zum Teil sieben Meter hoch gewesen sein. Die Besatzungsmitglieder versuchten zunächst, die Fähre wieder flott zu machen, mussten das Schiff aber am Morgen verlassen.

          In Schweden Tausende ohne Strom

          In Schweden und Dänemark hat der Sturm am Freitag für Stromausfälle gesorgt und hektische Aktivitäten wegen befürchteter Überschwemmungen ausgelöst. Im südlichen Schweden blieben 12.000 Haushalte stundenlang ohne Elektrizität. Wie der dänische Rundfunk berichtete, brach die Stromversorgung auf der Ferieninsel Læsø im Kattegat wegen umgestürzter Leitungsmasten fast völlig zusammen. Rund um den Ferienort Løgstør in Nordjütland befürchtet man während des Wochenendes kräftige Überschwemmungen.

          In Norddeutschland wurden durch den Sturm mehrere Menschen verletzt. Außerdem kam es laut Polizei zum Teil zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Südlich von Bremerhaven überschlug sich ein Auto auf der von Hagel glatten Autobahn A 27. Die drei Insassen wurden leicht verletzt. Bei Stade stürzte ein Baum auf die Eisenbahnstrecke Hamburg-Cuxhaven. Diese konnte erst am frühen Freitagmorgen wieder freigegeben werden.

          Gelassenheit trotz angekündigter Sturmflut

          Überwiegend blieb es in Nordwest-Niedersachsen bei kleineren Sachschäden. Totalschäden entstand bei fünf Unfällen auf den Autobahnen A 28 und A 29 im Raum Oldenburg an den Fahrzeugen. In Schleswig-Holstein riss der Sturm Äste ab und kippt Bauzäune um.

          Auf der Weser bei Bremerhaven trieb ein Frachter von seinem Ankerliegeplatz im Sturm in die Fahrrinne ab und drohte andere Schiffe zu behindern. Erst unter Einsatz eines Polizeibootes konnte die Besatzung alarmiert werden. Weil das Schiff über Seefunk nicht zu erreichen gewesen war, musste der Kapitän ein Bußgeld zahlen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor einer Sturmflut am Freitagabend: Das Hochwasser soll einen Meter bis zwei Meter höher als normal steigen. Das ist allerdings weit unter der Deichhöhe.

          Topmeldungen

          Schwäche der Parteien : Mehr Macht den Parlamenten

          Situationen wie in Thüringen wird es künftig öfter geben: Es findet sich keine Koalition mit einer Mehrheit im Parlament. Dadurch wird die Politik unübersichtlicher. Aber das muss nicht schaden – im Gegenteil.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.