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Sturm „Harvey“ : Texas fordert mehr als 125 Milliarden Dollar Hilfe

  • Aktualisiert am

Ein überschwemmtes Wohngebiet in Houston Bild: Reuters

Nach Ansicht des texanisches Gouverneurs ist der Sturm „Harvey“ dramatischer als „Katrina“ oder „Sandy“. Die Marine schickt zwei Kriegsschiffe vor die Küste.

          Texas braucht nach Einschätzung von Gouverneur Greg Abbott wohl mehr als 125 Milliarden Dollar von der amerikanischen Regierung für den Wiederaufbau nach den verheerenden Überschwemmungen. Angesichts der Größe des betroffenen Gebietes, unter anderem in der Metropole Houston, könnten 125 Milliarden nicht ausreichend sein, sagte Abbott.

          Diese Summe war 2005 nach dem Hurrikan „Katrina“ zur Verfügung gestellt worden, der damals unter anderem New Orleans zerstörte. Abbott sagte, das Katastrophengebiet sei viel größer, als es bei den Hurrikans „Katrina“ und „Sandy“ der Fall gewesen sei. Von den Folgen des Tropensturms seien auch viel mehr Menschen betroffen.

          Der jetzige Sturm „Harvey“ hat Texas tagelang sintflutartige Regenfälle gebracht. Mindestens 25 Menschen starben durch die Überschwemmungen, 17 werden noch vermisst.  Der Sender CNN geht von mindestens 28 Toten aus.

          Die Lage bleibt weiterhin dramatisch: Während sich die Situation in der Millionenmetropole Houston etwas verbesserte, kämpften die Städte Beaumont und Port Arthur mit steigenden Wasserpegeln. „Harvey“ sollte in südwestlicher Richtung weiter durch Louisiana ziehen und am Donnerstag Mississippi erreichen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Auch Tennessee und Kentucky rüsteten sich für mögliche Überschwemmungen.

          Die amerikanische Marine kündigte an, am Donnerstag die Schiffe USS Kearsarge und die USS Oak Hill vor die Küste von Texas zu schicken. Sie sollen dort die örtlichen Behörden bei den Bergungs- und Rettungsarbeiten unterstützen.

          Ein Mann wird vor den Fluten gerettet. Bilderstrecke

          In Port Arthur, das rund 160 Kilometer östlich von Houston entfernt ist, musste die größte Ölraffinerie der Vereinigten Staaten geschlossen werden. Eine Notunterkunft stand unter Wasser, sie wurde evakuiert. Manche Einwohner der Stadt fanden Zuflucht in einem Bowlingcenter, wie der Sender CNN berichtete. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre, die von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr (Ortszeit) gelten sollte.

          In Louisiana traten die Flüsse Calcasieu und Sabine Rivers in einigen Gegenden über die Ufer. Straßen mussten wegen Überflutungen gesperrt werden. Der Bundesstaat schien am Mittwoch aber zunächst von dem Schlimmsten verschont zu bleiben. Gouverneur John Bel Edwards erklärte, die Lage sei ernst, aber man stehe bislang besser dar, als es befürchtet worden war. Der Wetterdienst erwartete aber schwere Regenfälle in der Nacht. In einigen Bezirken wurde vor Sturzfluten gewarnt.

          „Harvey“ war am Freitag erstmals in Texas auf Land getroffen; seither kämpft die Gegend mit den verheerenden Folgen. Binnen weniger Tage fielen in dem Cowboy-Staat mancherorts bis zu 125 Zentimeter Regen. Das ist Rekord für das Festland der Vereinigten Staaten. Zahlreiche Flüsse, darunter der Colorado, traten über die Ufer, Stauseen ergossen ihre Fluten über die Dämme. Einige Dämme wurden zur Entlastung bewusst geöffnet, was zu weiteren Überschwemmungen führte.

          Rettungskräfte bargen in den vergangenen Tagen rund 8500 Menschen aus ihren Häusern; mehr als 30.000 suchten Zuflucht in Notunterkünften. 14.000 Mitglieder der texanischen Nationalgarde waren im Einsatz. Weitere 10.000 wurden aus anderen Bundesstaaten entsandt.

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