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Wetterdienst warnt : Starkregenfälle könnten künftig deutlich zunehmen

Autos und Motorräder fahren im Juli 2021 bei starkem Regen über die überflutete Friedrichstraße in Berlin-Mitte. Bild: dpa

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor den Auswirkungen des Klimawandels auf deutsche Gemeinden. In Zukunft müsse öfter mit Starkregen gerechnet werden.

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          Überall in Deutschland muss in Zukunft mit Hochwasserkatastrophen wie Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gerechnet werden. Davor warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) aufgrund der steigenden Temperaturen der Erdatmosphäre durch den Klimawandel. „Statt großflächigem Dauerregen wird es häufiger kleinräumigen Starkregen geben. Außerdem wird kurzer, extremer Starkregen noch intensiver werden, besonders in den dicht besiedelten Gebieten“, sagte der Leiter der Klima- und Umweltberatung im DWD, Tobias Fuchs, am Donnerstag auf der Pressekonferenz der Allianz „Anpassung an den Klimawandel“.

          Kevin Hanschke
          Volontär.

          Der Zusammenschluss von Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Technischem Hilfswerk und dem Deutschen Wetterdienst stellte in Offenbach die Studie „Klassifikation meteorologischer Extremereignisse zur Risikovorsorge gegenüber Starkregen für den Bevölkerungsschutz und die Stadtentwicklung“ vor, die aufgrund der Hochwasser in diesem Sommer erarbeitet wurde.

          Jede Gemeinde könne Hochwasserszenarien erleben

          Der DWD hat dafür die Niederschlagsdaten von 2001 bis 2020 analysiert und Zukunftsszenarien zu Niederschlagsmengen und Hochwassergefährdung in Deutschland modelliert. Diese seien „ernüchternd“, sagte Fuchs. Jede Gemeinde in Deutschland könne in der nahen Zukunft ähnliche Hochwasserszenarien wie in Süd- und Westdeutschland erleben.

          Sowohl für den Bevölkerungsschutz, die Katastrophenvorsorge als auch für die Stadt- und Raumplanung habe das „enorme Auswirkungen“. Die Zahl der Starkregenereignisse habe nach dem Katalog des DWD, der die Regenmengen in Deutschland statistisch erfasst, in den vergangenen Jahren zugenommen. Zudem hätten die Regenfälle 2021 einen Rekordwert erreicht. Auch das sei eine Folge des Klimawandels. Bei höheren Temperaturen nehme die Intensität des Wasserkreislaufs zu und damit auch die Niederschlagsmenge und -dauer. Da die Klimaprojektionen des Weltklimarats von steigenden Temperaturen in Mitteleuropa ausgehen, seien Hochwasserkatastrophen ein „wahrscheinliches“ Szenario. Auch die Zahl der Starkregentage in Deutschland sei leicht angestiegen.

          Nicht immer sei das problematisch. Wenn Starkregen in einer dünn besiedelten Region, im Wald oder auf Feldern auftritt, sei das zu verkraften, solange das Wasser vom Boden aufgesogen werde, sagte Fuchs. Problematisch sei der Starkregen vor allem in baulich versiegelten Gebieten. Auch deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung und dessen Abteilungsleiter für Raum- und Stadtentwicklung Peter Jakubowski eine „Entsiegelung“ von Stadtflächen: „Städte müssen kompakt, klimagerecht und wassersensibel umgebaut werden.“

          Bäume, Grünflächen und Freiflächen seien die wichtigsten Elemente einer hochwassersicheren Stadtentwicklung, da sie Wasser aufnehmen und ein kühleres Stadtklima schaffen. Auch private Haus- und Grundstückseigentümer sollen in dieser Hinsicht stärker vorsorgen.

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