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Stärke 7,8 : Erdbeben in Mexiko

  • Aktualisiert am

Hochhäuser wankten, Steine bröckelten ab, die Menschen liefen auf die Straße Bild: AFP

Ein heftiger Erdstoß löst einen Schrecken, aber keine Panik in Mexiko aus. Häuser stürzen ein, das Telefonnetz bricht zusammen. Das Zentrum liegt im Süden, die Auswirkungen sind aber auch in der Hauptstadt deutlich zu spüren.

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          Der Schrecken ist den Menschen ins Gesicht geschrieben: Die Erde in Mexiko hat heftig gebebt. Trotzdem gab es am Dienstag in der Millionenmetropole keine große Panik. Zigtausende strömten in der mexikanischen Hauptstadt aus ihren schwankenden Häusern.

          Frauen weinten und flüsterten Gebete. Einige umarmten sich und sprachen sich Trost zu. Der ungewohnt starke und lange Erdstoß der Stärke 7,8 hat sie alle erschreckt. Das Beben war so stark, dass Bücher aus den Regalen fielen und Risse in den Mauern auftraten.

          „Das war aber heftig, mir zittern immer noch die Knie“, sagt Ramon, der als Techniker in einem Bürogebäude an der Avenida Paseo de la Reforma arbeiet. „Es hat mich an das Beben von 1985 erinnert.

          „Damals waren mehrere tausend Menschen zu Tode gekommen, und die Hauptstadt schwer beschädigt worden. Viele Baulücken erinnern noch heute an die Katastrophe vor 27 Jahren.“ Lange Zeit standen die Menschen vor den Häusern im weiterhin tosenden Verkehr der Hauptverkehrsstraßen. Sie blickten ängstlich an den Glasfassaden der Bankentürme empor.

          Auch in Mexiko-Stadt rannten die Menschen aus den Häusern nach dem Erdbeben
          Auch in Mexiko-Stadt rannten die Menschen aus den Häusern nach dem Erdbeben : Bild: AFP

          Viele versuchten zu telefonieren, um Familienangehörige anzurufen. Vergeblich. Die Netze waren vorübergehend ausgefallen. „Ich werde nicht mehr ins Büro zurückgehen, sondern zum Kindergarten fahren, um einen Sohn abzuholen“, sagte Gabriela. Der Chef habe es ihr erlaubt.

          Die Mexikaner sind Erdstöße gewohnt. Regelmäßig werden Übungen durchgeführt, mit denen das richtige Verhalten bei Erdbeben trainiert wird. Deshalb kehrten schon kurz nach dem ersten Beben manche in ihre Büros zurück, um wenige Minuten später wieder auf die Straße zu laufen: Es kam zu weiteren, allerdings schwächeren Beben.

          Sorgenvolle Blicke nach oben: Rund fünf Minuten bebte die Erde in Mexiko
          Sorgenvolle Blicke nach oben: Rund fünf Minuten bebte die Erde in Mexiko : Bild: AFP

          Das Parlament stellte vorübergehend seine Sitzung ein. Über der Stadt kreisten Hubschrauber, Sirenen ertönten, Ampelanlagen fielen aus. Die Lage bliebt für längere Zeit unsicher - auch wenn die Behörden vorsichtig Entwarnung gaben.

          Präsident Felipe Calderón bekräftigte: „Im Moment gibt es keine Berichte über schwere Schäden.“ Allerdings stürzte in der Hauptstadt eine Fußgängerbrücke ein und zertrümmerte einen Kleinbus, in dem keine Passagiere waren.

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          In Guerrero wurden nach Angaben des Chefs des Zivilschutzes, Victor Flores, sogar 120 Nachbeben registriert. Laut einem Bericht des Gouverneurs Ángel Aguirre wurden rund 500 Gebäude beschädigt. Aber es habe weder Tote noch verletzte gegeben.

          „Das Beben hat uns daran erinnert, dass wir in einer Erdbebenzone Leben“, sagte Flores im Fernsehen. „Aber dies ist das schwerste Beben in Guerrero in den vergangenen zehn Jahren.“

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