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In der Stadt Malang : Mehr als 30 Minderjährige unter Toten der Stadion-Panik in Indonesien

Malang: Menschen beten in der Nähe der Statue eines Löwen, dem Maskottchen des FC Arema, vor dem Kanjuruhan-Stadion. Bild: dpa

Bei der Massenpanik in einem indonesischen Fußballstadion sind mindestens 37 Kinder ums Leben gekommen. Unter den Opfern ist auch ein Kleinkind.

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          Infolge der verheerenden Stadion-Katastrophe mit 133 Toten und mehr als 300 Verletzten in Indonesien haben die Behörden erste Konsequenzen gezogen. Nachdem der Polizeichef von Malang, Ferli Hidayat, und neun weitere Polizisten von ihren Posten entfernt worden waren, entschuldigte sich der Chef der Polizei der Provinz Ostjava offiziell. „Als regionaler Polizeichef bin ich betroffen, traurig und bedauere zugleich die Mängel bei den Sicherheitsmaßnahmen“, sagte Nico Afinta am Dienstag der Presse in Malang. Zuvor war Kritik an dem Vorgehen der Polizei laut geworden. Nach dem Spiel zwischen dem Arema FC und Persebaya Surabaya im Kanjuruhan-Stadion in Malang waren am Samstag 3000 Zuschauer auf das Feld gestürmt. Die Polizei hatte sie mit Stockschlägen, Fußtritten und Tränengas zurückgedrängt.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Zwei Funktionäre des Arema FC wurden am Dienstag vom indonesischen Fußballverband zudem mit einer lebenslangen Sperre belegt. Der Klub muss außerdem eine Strafe von umgerechnet fast 17.000 Euro zahlen. Die Zahl der Toten war am Dienstag von 125 auf 133 gestiegen.

          Unter den Toten sind 37 Kinder. Das jüngste identifizierte Opfer sei nur drei oder vier Jahre alt, sagte ein Sprecher des Kinderschutzministeriums. Kritik gibt es auch an den Veranstaltern, die bis zu 4000 Eintrittskarten mehr verkauft haben, als Zuschauer in dem Stadion erlaubt sind. Laut Augenzeugen waren viele in Panik geflohen, als die Polizei  Tränengas unter anderem auf die ­Tribünen geschossen hatte. Einige Ausgänge sollen verschlossen ge­wesen sein. In dem Gedränge waren Fans erdrückt worden sowie an Atemnot gestorben.

          Insgesamt haben die Behörden Ermittlungen gegen 28 Polizisten aufgenommen, wie Polizeisprecher Dedi Prasetyo mitteilte. Zuvor hatte die Regierung ein Team aus Fachleuten beauftragt, die Hintergründe der Katastrophe zu untersuchen. Indonesiens Präsident Joko Widodo werde die Angehörigen mit umgerechnet 3000 Euro pro Familie entschädigen, kündigte Sicherheitsminister Mohammad Mahfud an. Der Präsident werde das Geld bis Donnerstag bei einem ­Treffen mit Angehörigen der Verstorbenen in Ostjava übergeben.

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