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Staatstrauer in China : Mehr als 2000 Tote nach Erdbeben

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Rund 15.000 Soldaten, Feuerwehrleute, Polizisten und Bergungsexperten sind im Einsatz Bild: dpa

Nach dem Erdbeben im tibetischen Hochland beklagt China 2046 registrierte Tote. 200 Menschen wurden am Dienstag noch unter den Trümmern vermisst. Chinas Regierung ordnete für Mittwoch einen nationalen Tag der Trauer an.

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          Durch das Erdbeben der Stärke 7,1 am Mittwoch sind mehr als 12.100 Menschen verletzt worden, davon 1434 schwer, berichtete die Einsatzzentrale der schwer betroffenen Präfektur Yushu in Westchina nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua. Der Vizedirektor einer Mittelschule, der in den frühen Morgenstunden nach einem kleineren Erdbeben zwei Stunden zuvor die Schlafräume mit 830 Kindern evakuiert hatte, könnte möglicherweise vielen das Leben gerettet haben, berichtete die Zeitung „Zhongguo Qingnianbao“. Der Lehrer habe eine dunkle Vorahnung gehabt. Das Wohnheim der Jungen wurde völlig zerstört und die Mädchen-Schlafsäle schwer beschädigt. Chinas Regierung ordnete für Mittwoch einen nationalen Tag der Trauer an. Alle Flaggen sollen halbmast wehen. Um 10 Uhr soll das öffentliche Leben in der betroffenen Provinz Qinghai für drei Minuten stillstehen und der Toten gedacht werden. Alle Aktivitäten in Unterhaltungsstätten werden ausgesetzt.

          Mehr als 200 Helfer erkrankt

          In einem Dorf zogen Rettungskräfte am Montag noch eine 68 Jahre alte Tibeterin und ihre vierjährige Enkelin nach fünf Tagen lebend aus den Trümmern, wie die „China Daily“ berichtete. Bergungsmannschaften seien jetzt auch auf dem Lande außerhalb der zerstörten Stadt Jiegu unterwegs. Rund 15.000 Soldaten, Feuerwehrleute, Polizisten und Bergungsexperten sind im Einsatz. Ihr größtes Problem ist die Höhenkrankheit, da das Erdbebengebiet rund 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, wo der Sauerstoff knapp wird. Alle entsandten Helfer litten unter Schwindel, Kurzatmigkeit oder Müdigkeit, sagte ein Offizier laut Xinhua. Zwei Soldaten hätten Lungenödeme entwickelt, nachdem sie eine Erkältung erlitten hätten.

          Wegen der kalten Temperaturen schickt die Provinz 20.000 kleine Öfen ins Erdbebengebiet
          Wegen der kalten Temperaturen schickt die Provinz 20.000 kleine Öfen ins Erdbebengebiet : Bild: dpa

          Die Einsatzkräfte werden mit Sauerstoffgeräten unterstützt und erhalten zum Teil Medikamente. Mehr als 200 erkrankte Helfer wurden abgezogen. Wegen der kalten Temperaturen schickt die Provinz 20 000 kleine Öfen ins Erdbebengebiet, wie Xinhua berichtete. 700 Tonnen Kohle seien bereits eingetroffen. Eine weitere Herausforderung sind die Transportbedingungen in das weit abgelegene Erdbebengebiet an der Grenze zur Autonomen Region Tibet. In Yushu gibt es nur einen kleinen Flughafen, aber keine Eisenbahnstrecke. Auch waren die Straßen beschädigt oder durch Erdrutsche blockiert. „Der Straßenverkehr ist schwierig“, sagte ein Oberst der Armee laut Xinhua.

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