https://www.faz.net/-gum-942bg

Bilanz von Spendenrat : Weniger Spenden für Flüchtlinge

  • Aktualisiert am

Spendenbox in Cottbus: Der größte Anteil aller Spenden ging 2017 bisher mit beinahe 80 Prozent an humanitäre Hilfsprojekte. Bild: dpa

Die Deutschen haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres rund 3,1 Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke und an Kirchen gespendet – ungefähr so viel wie im Vorjahr. Ein Tiefststand wurde aber bei der Zahl der Spender verzeichnet.

          Die Deutschen haben in diesem Jahr bislang rund 3,1 Milliarden Euro gespendet. Das war von Januar bis September ein leichter Anstieg von etwa einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie aus einer GfK-Analyse hervorgeht, die der Deutsche Spendenrat am Donnerstag in Berlin vorstellte. Das Plus ist vor allem auf mehr Spenden für die Not- und Katastrophenhilfe zurückzuführen. Rückläufig war das Spendenaufkommen für Geflüchtete im In- und Ausland. Insgesamt rechnet der Spendenrat mit einem Jahresspendenaufkommen von bis zu 5,5 Milliarden Euro.

          Der größte Anteil aller Spenden ging mit beinahe 80 Prozent an humanitäre Hilfsprojekte. Neun Prozent des Spendenaufkommens oder 285 Millionen Euro flossen in die Hilfe für Flüchtlinge. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Rückgang von 16 Prozent. Ebenfalls rückläufig mit einem Minus von 17 Prozent war die Anzahl der Spender, die für Flüchtlingsprojekte Geld gaben, und auch die Höhe der Einzelspende sank.

          Einen abermaligen Rückgang gab es bei der Gesamtzahl der Spender von rund 17,8 Millionen im Vorjahreszeitraum auf rund 17 Millionen. Das sei das tiefste Niveau seit Beginn der Messung 2005, sagte die GfK-Analystin Bianca Corcoran-Schliemann. Insbesondere die mittleren Altersgruppen (30- bis 69-Jahre) haben ihr Spendenvolumen weiter reduziert. Insgesamt gab damit ein Viertel der Bundesbürger über zehn Jahren Geld für wohltätige Zwecke.

          Der Betrag der durchschnittlichen Spende blieb mit 32 Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konstant. Die Spendenhäufigkeit stieg indes abermals von 5,5 auf 5,8 Spenden pro Person – der höchste Wert seit der ersten Erhebung 2005. Nicht-konfessionelle Organisationen profitierten in diesem Jahr stärker vom Spendenaufkommen als konfessionelle.

          Die Trends für das laufende Jahr im Auftrag des Spendenrats sind ein Teilergebnis der repräsentativen Studie GfK CharityScope. Diese beruht auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer Stichprobe von 10.000 Teilnehmern ab zehn Jahren. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien oder Organisationen und Großspenden über 2.500 Euro.

          Topmeldungen

          Glitzernde Autoshows wollen die Marketingstrategen der Firmen nicht mehr.

          War’s das mit der IAA? : Dilettanten am Steuer

          Wie ruiniert man eine IAA? Man nehme streitende Konzerne, einen Frankfurter Oberbürgermeister und einen hilflosen Verband. Schadenfreude? Ist nicht angebracht. In Deutschland sollten die Alarmglocken schrillen.

          SPD-Vorsitz : Die Letzten könnten die Ersten sein

          Sie stehen weder für einen Generationswechsel noch für radikale Positionen. Und dennoch kommt das Team Esken und Walter-Borjans beim Kampf um den SPD-Vorsitz gut an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.