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Private Raumfahrt : Der Traum der Milliardäre vom Weltall

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Der Traum vom Weltall endete für Virgin-Chef Branson am Freitag abrupt. In wenigen Monaten sollten mit seinen Raumfahrzeugen private Flüge in die Schwerlosigkeit möglich sein. Bild: Reuters

Vigin-Chef Branson ist nicht der einzige Unternehmer, der vom Weltraum träumt. Auch andere Milliardäre wollen das All kommerziell nutzen. Für ihre Pläne war es eine schwarze Woche.

          Mit dem Absturz des SpaceShip Two hat die private Raumfahrt einen weiteren herben Rückschlag erhalten – in dieser Woche ist es bereits der zweite. Am Dienstagabend war eine unbemannte, zweistufige Antares-Rakete nur sechs Sekunden nach dem Start in einem riesigen Feuerball explodiert. An der Spitze der von dem Unternehmen Orbital Science Corporation (OSC) im Auftrag der Nasa gebauten Rakete befand sich eine Cygnus-Kapsel, mit der knapp zweieinhalb Tonnen Versorgungsgüter zur internationalen Raumstation ISS gebracht werden sollten. Orbital Sciences ist  eines von nur zwei privaten Unternehmen, denen die amerikanische Weltraumbehörde Nasa Aufträge für unbemannte Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation (ISS) erteilt hat. Das zweite Unternehmen trägt den Namen Space Exploration Technologies (Space X) und gehört dem Milliardär Elon Musk.

          Viel Geld und  Prestige

          Bis zum Dienstag war die Zusammenarbeit der beiden privaten Unternehmen mit der Nasa erfolgreich. Der private Raumtransporter „Cygnus“ hatte erstmals im Herbst des vergangenen Jahres an der ISS angedockt. Nasa-Chef Charles Bolden hatte die Mission damals als historischen Meilenstein für die zuverlässigen Frachttransporte ins All bezeichnet. Bis zum Jahr 2016 waren insgesamt acht Flüge geplant. Der am Dienstag gescheiterte Flugversuch war die dritte Mission im Rahmen des Nasa-Vertrags, der insgesamt 1,9 Milliarden Dollar umfasst.

          Viel Geld und Prestige hatte sich auch Virgin-Chef Richard Branson aus seinem Weltraum-Programm versprochen. Rund 700 Menschen hatten bereits Flugtickets für je 250.000 Dollar (rund 198.000 Euro) gebucht, um einen kurzen Flug in den Weltraum erleben zu können. Auch Prominente wie Angelina Jolie, Justin Bieber und Tom Hanks sollen auf der Liste stehen.

          Amazon-Chef Bezos will auch mitmischen

          Branson ist allerdings nicht der einzige Milliardär, der sich rühmen möchte, den Weltraum kommerziell nutzbar zu machen. Auch Jeff Bezos will in dem Geschäft mitmischen. Bezos ist vor allem als Gründer und Vorstandsvorsitzender des Online-Händlers Amazon bekannt, daneben gehört ihm aber auch der Raumfahrtspezialist Blue Origin, der im September eine Allianz mit einem Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Lockheed Martin geschlossen hatte. Blue Origin wird den Verbund dieser zwei Unternehmen, der den Namen „United Launch Alliance“ (ULA) trägt, künftig mit Raketentriebwerken beliefern.

          Blue Origin gehört, genauso wie Space X, zu einer Gruppe junger Weltraumunternehmen in Amerika, die es mit etablierten Großkonzernen aufnehmen will. Blue Origin wurde im Jahr 2000 gegründet, Space X zwei Jahre später. Bezos hat um Blue Origin stets ein großes Geheimnis gemacht, und über die Aktivitäten des Unternehmens ist nur wenig bekannt.

          Ganz anders Space X mit dem ins Rampenlicht verliebten Elon Musk, der daneben auch den Elektroautohersteller Tesla führt. Space X blickt schon auf mehrere erfolgreiche Missionen mit eigenen Raumschiffen ins All zurück, die von Musk öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt wurden. Die Visionen für sein Projekt klingen wie Science-Fiction. Er hat das Ziel ausgegeben, die Welt „multiplanetar“ zu machen und eines Tages ein Leben auf dem Mars zu ermöglichen. Nach seiner Meinung braucht die Menschheit eine Alternative, denn dem Leben auf der Erde drohe irgendwann die Auslöschung.

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