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Böller verursachen Explosion : Zwei Tote in Niederlanden durch Feuerwerk

  • Aktualisiert am

Die Polizei hält in beiden Fällen Feuerwerk für die Brandursache. (Symbolbild) Bild: dpa

In Friesland und in Enschede sind bei vermutlich durch Feuerwerk ausgelöste Explosionen zwei Männer in der Silvesternacht gestorben. Ein Jugendlicher kam beim Böllern in Österreich ums Leben. Auch in Deutschland gab es mehrere Unfälle.

          Wohl durch Silvesterböller sind in den Niederlanden zwei Menschen ums Leben gekommen. In Enschede im Osten des Landes starb ein Mann bei einer Explosion, die vermutlich durch Feuerwerk ausgelöst wurde, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. In Friesland nahe des Wattenmeers kam am Silvesterabend ein Mann ums Leben, die Polizei geht auch in diesem Fall von Feuerwerk als Ursache aus. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

          In Österreich kam es ebenfalls zu einem tödlichen Unfall. Ein 17 Jahre alter Jugendlicher ist beim Silvesterfeuerwerk durch eine sogenannte Kugelbombe getötet worden. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, starb der junge Mann aufgrund schwerer Kopfverletzungen. Nachdem ein erster Zündversuch schief gegangen war, hatte der Jugendliche laut Polizei versucht, die Bombe mit einem Durchmesser von rund 15 Zentimeter erneut abzuschießen. Da diese dabei sofort im Metallrohr der selbstgebauten Abschussvorrichtung explodierte, konnte sich der 17-Jährige nicht mehr in Sicherheit bringen. Zuvor hatte der junge Mann bei der privaten Silvesterparty in Oberösterreich erfolgreich fünf bis sechs Kugelbomben gezündet. Um Mitternacht wollte er nach Polizeiangaben dann das größte Exemplar knallen lassen. 

          Der 17-Jährige wurde nach der Erstversorgung durch einen Notarzt ins Krankenhaus gebracht, wo er später starb.

          Brand im Nordseebad

          Im Nordseebad Scheveningen bei Den Haag entstanden durch Feuer am Strand mehrere Brände an Häusern und in den Dünen. Durch starken Westwind entstand ein gefährlicher Funkenregen. Die Feuerwehr musste mit mehreren Wagen ausrücken. Die Brände waren erst am Neujahrsmorgen gelöscht.

          Traditionell wird an der Küste im Westen des Landes der Jahreswechsel mit großen Freudenfeuern am Strand begrüßt. Der Brandstapel in Scheveningen war in diesem Jahr 48 Meter hoch.

          Auch in Deutschland kam es zu mehreren Unfällen mit Böllern und Raketen. In Essen haben sich zwei Männer mit offenbar selbstgebasteltem Feuerwerk lebensgefährliche Verletzungen zugefügt. Die 31 und 33 Jahre alten Männer hätten auf einem Schulhof mit den Feuerwerkskörpern hantiert, teilte die Polizei in der Ruhrgebietsstadt am Dienstag mit. Auf dem Schulhof fanden die Beamten demnach mehrere Koffer vor, in denen sich weitere selbstgebaute Böller befanden. Ein Fachmann musste sie entschärfen.

          Verletzte auch in Bayern und Niedersachsen

          Im bayerischen Bamberg kam es zu einer Kettenreaktion, bei der ein 23 Jahre alter Mann verletzt wurde. Ein 26-Jähriger hatte nach Polizeiangaben in Oberhaid einen kleinen Kracher geworfen, der unglücklicherweise in der Tasche des Mannes landete. Darin sei wiederum Leuchtspurmunition gebunkert gewesen, die wegen der Hitze explodiert sei, teilte die Polizei mit. Der 23-Jährige wurde mit schweren Verletzungen am Bein und an einer Hand in eine Spezialklinik gebracht.

          In Niedersachsen wurden zwei Menschen verletzt. Ein 38-Jähriger habe sich nach ersten Erkenntnissen eine Hand weggesprengt, sagte ein Sprecher der Polizei in der Nacht zum Dienstag. Eine 54 Jahre alter Mann habe bei dem Unfall in Winsen an der Aller Verletzungen im Gesicht erlitten. Er konnte nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Wie es zu dem Unfall kam, der sich gegen 19 Uhr ereignete, war zunächst unklar. Möglicherweise handelte es sich bei dem Böller um einen
          selbstgebauten Sprengkörper.

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