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Am Samstagmorgen : Sieben Tote bei zwei Verkehrsunfällen

  • Aktualisiert am

Rettungskräfte vor den völlig zerstörten Fahrzeugen am Unglücksort, der Autobahn 3 bei Nürnberg. Bild: dpa

Bei zwei schweren Verkehrsunfällen am Samstagmorgen sind insgesamt sieben Menschen getötet worden. Bei Nürnberg raste ein Lkw in ein Stauende und in Mecklenburg-Vorpommern prallte ein Auto gegen einen Baum.

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          Bei zwei schweren Verkehrsunfällen in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sind am frühen Samstagmorgen insgesamt sieben Menschen getötet und sechs Personen zum Teil schwer verletzt worden.

          Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken fuhr ein Lastwagen am frühen Samstagmorgen bei Altdorf (Nürnberger Land) in das Stauende und schob zwei Autos in einen anderen Lkw. Aus einem der beiden Wagen, der ein französisches Kennzeichen hatte, konnten drei Menschen nur noch tot geborgen werden. In dem zweiten Auto, das einer Familie aus Rheinland-Pfalz gehörte, wurden die vier Insassen teilweise schwer verletzt.

          Der verheerende Unfall ereignete sich gegen vier Uhr. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam es zu dem Crash, nachdem sich in Richtung Regensburg auf der rechten Fahrbahn ein Stau gebildet hatte. Der Lastwagen übersah diesen offensichtlich und fuhr in die beiden Autos. Die Fahrbahnen in Richtung Regensburg wurden nach dem Unfall zunächst komplett gesperrt. Während der stundenlangen Aufräumungsarbeiten kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

          Zweiter schwerer Unfall bei Nürnberg innerhalb weniger Monate

          Aus dem hinteren Auto barg die Feuerwehr die drei Toten, wie die Polizei mitteilte. Über die genaue Identität der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Unter den vier Verletzten aus dem zweiten Auto waren zwei Kinder.

          Erst Mitte Mai waren bei einem ähnlichen Unfall auf der Autobahn 6 bei Nürnberg vier Menschen ums Leben gekommen, darunter drei kleine Kinder. Der folgenschwere Crash ereignete sich ebenfalls an einem Stauende an einer Baustelle. Ein Lastwagen fuhr in das Stauende und schob das Auto einer Familie aus Baden-Württemberg in einen anderen Lkw. Unter den Todesopfern waren neben der Mutter auch drei kleine Kinder im Alter von fünf und zwei Jahren sowie neun Monaten.

          Vier Tote bei Kollision mit Baum in Mecklenburg-Vorpommern

          Auch in Groß Kiesow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ereignet sich ein schwerer Verkehrsunfall. Vier Menschen sterben, zwei weitere Insassen wurden nach Angaben der Polizei lebensgefährlich verletzt. Bisherigen Ermittlungen zufolge kam der silberfarbene Kombi mit sechs Insassen in einer leichten Linkskurve von der Straße ab und fuhr frontal gegen einen Baum. Unfallursache sei vermutlich überhöhte Geschwindigkeit. Die Tachonadel sei durch den Aufprall bei Tempo 140 stehengeblieben.

          Zwei Niederländer, die 20 Jahre alte Fahrerin und ihr 54 Jahre alter Vater sowie ein 25 Jahre alter Mann aus Greifswald und ein 49 Jahre alter Insasse aus der Nähe von Groß Kiesow wurden bei dem Aufprall getötet, sagte Polizeisprecher Axel Falkenberg. Zwei 20 und 27 Jahre alte Mitfahrer aus den Niederlanden wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die 20 Jahre alte Frau habe auf dem Schoß des 49 Jahre alten Beifahrers gesessen.

          „Es war ein ganz furchtbarer Anblick“

          Der 54 Jahre alte Niederländer sei bis vor einem Jahr Eigentümer einer Agrargesellschaft in Groß Kiesow gewesen, hieß es im Ort. Er habe aber noch eine Viehwirtschaft und pendele zwischen den Niederlanden und Groß Kiesow. Die sechs Menschen kamen demnach von einer Feier mit Freunden und ehemaligen Beschäftigten des Niederländers.

          Polizeisprecher Falkenberg sagte, jetzt werde geprüft, ob Alkohol im Spiel gewesen sei. „Es ist einer der schwersten Unfälle mit einem allein beteiligten Fahrzeug in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt.“ Menschen legten an dem Baum Blumen nieder.

          Das Wrack des Unfallfahrzeugs wird von einem Abschleppwagen von der Unfallstelle in Groß-Kiesow (Mecklenburg-Vorpommern) geborgen.

          Hanns-Peter Neumann, Seelsorger der Landespolizei, war in der Nacht am Unfallort. „Es war ein ganz furchtbarer Anblick, der auch die Rettungskräfte vor enorme Herausforderungen gestellt hat“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ein Unfall mit vier Toten sei eine Ausnahmesituation. Neumann sagte, er habe nach dem Unfall die Funkstreifenbesatzungen betreut, die am Unfallort gewesen seien, sowie mit Familienangehörigen gesprochen.

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