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Sicherheit auf Schienen : Könnte die Zugbeeinflussung helfen?

Zwei Lokführer steuerten den entgleisten Schnellzug. Bild: dpa

Der in Spanien entgleiste Zug war viel zu schnell in eine Kurve gefahren. In Deutschland müssen alle Strecken, auf denen mehr als 100 Kilometer in der Stunde zugelassen sind, mit einem automatischen Zugbeeinflussungssystem ausgerüstet sein.

          Der Vorstand der Deutschen Bahn hat erschüttert auf das Zugunglück in Spanien reagiert. Bahnchef Rüdiger Grube und seine Vorstandskollegen legten am Donnerstag vor der Halbjahres-Pressekonferenz des Konzerns eine Schweigeminute für die Opfer und ihre Angehörigen ein. Zu dem Unglück selbst wollte der Vorstand unter Hinweis auf mangelnde Informationen nicht Stellung nehmen. Infrastrukturvorstand Volker Kefer versicherte: „Zugfahren in Deutschland ist sicher, dafür gibt es Regularien und Mechanismen.“

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Züge auf dem deutschen Schienennetz werden mit Hilfe von verschiedenen technischen Systemen daraufhin überwacht, ob sie die zulässige Geschwindigkeit einhalten und Haltesignale beachten. Wenn Signale nicht beachtet werden, wird durch eine „Beeinflussung des Zuges“ sichergestellt, dass der Zug stoppt, um einen Unfall zu verhindern. So wird automatisch eine Zwangsbremsung ausgelöst, wenn der Lokführer ein rotes Haltesignal überfährt.

          Überschreitet er das Tempolimit, das ihm im Führerstand angezeigt wird, muss er ebenfalls einen Eingriff hinnehmen: Magnetische Geschwindigkeitsprüfer zeigen ihm, wenn das Tempo in einer Kurve oder an einer sonstigen „Langsamfahrstelle“ um mindestens 20 Prozent vermindert werden muss, die Überschreitung an - und sorgen im Ernstfall für eine automatische Bremsung. Nach geltendem Recht müssen alle Strecken, auf denen mehr als 100 Kilometer in der Stunde zugelassen sind, mit einem Zugbeeinflussungssystem ausgerüstet sein.

          Damit wird ein Zug nicht nur automatisch angehalten, sondern bei Geschwindigkeiten über 160 auch „geführt“ - das Tempo wird automatisch geregelt. Seit dem Zugunglück in Hordorf (Sachsen-Anhalt) 2011 ist die Bahn bestrebt, auch Strecken mit geringerem Tempo damit auszustatten. In Spanien wird der Zug dagegen erst ab Tempo 200 „geführt“, zur besseren Sicherung sitzen aber auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken zwei Lokführer im Zug.

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