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Noch viele Menschen vermisst : Mindestens 64 Tote nach Brand in sibirischem Einkaufszentrum

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

In einem Einkaufszentrum in Sibirien bricht ein Feuer aus. Mindestens 64 Menschen sterben. Noch immer werden viele Menschen vermisst. Vier Verdächtige wurden festgenommen, darunter der Pächter der Räumlichkeiten.

          Die Zahl der Toten bei dem Brand in einem sibirischen Einkaufszentrum ist auf 64 gestiegen, darunter neun Kinder. Das teilten die Behörden am Montag mit. Die Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen, zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Am Sonntagabend hatten die Behörden zunächst von 37 Todesopfern gesprochen. Fünf zunächst vermisste Kinder wurden nach stundenlanger Suche lebend aufgefunden – sie hatten sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht mehr im Gebäude aufgehalten, wie es hieß.

          Das russische Ermittlungskomitee leitete nach eigenen Angaben eine strafrechtliche Untersuchung ein. Vier Verdächtige wurden demnach festgenommen, darunter der Pächter der Räumlichkeiten, in denen das Feuer ausbrach, und der Chef des Unternehmens, das die Shoppingmall verwaltet.

          Das Feuer war am frühen Sonntagabend im vierten Stock in der Nähe eines Kinosaals ausgebrochen und erfasste eine Fläche von rund 1600 Quadratmetern. Mehr als 500 Helfer waren mit den Löscharbeiten beschäftigt. Sie bekamen das Feuer erst nach Stunden unter Kontrolle. Wie viele Menschen sich in dem Einkaufszentrum aufhielten war zunächst unklar, doch es war zu dem Unglückszeitpunkt gut besucht. 

          Die Brandursache ist bislang unklar. Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen „Verletzung der Sicherheitsbestimmungen“ ein. Ermittler gingen zunächst von einem defekten Kabel aus. Es war das schlimmste Brandunglück in Russland seit Jahren. 

          Ersten Erkenntnissen zufolge war das Feuer am Sonntagnachmittag in einem Kinosaal in der obersten Etage ausgebrochen. Es erfasste mehr als tausend Quadratmeter des dreistöckigen Komplexes. Das Einkaufszentrum in Kemerowo war zu diesem Zeitpunkt gut besucht. Wie viele Menschen genau sich bei Ausbruch des Feuers dort aufhielten, war zunächst unklar. Den Rettungsdiensten zufolge wurden 120 Menschen in Sicherheit gebracht.

          Das Einkaufszentrum war erst im Jahr 2013 eröffnet worden. Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Seinem Sprecher zufolge habe er noch am Sonntag angeordnet, Einsatzkräfte mit Spezialausrüstung aus Moskau nach Kemerowo zu schicken. Kemerowo liegt in Westsibirien, rund 3000 Kilometer von der russischen Hauptstadt entfernt. Mehr als 500 000 Menschen leben in der Industriestadt, die im Kusbass liegt, Russlands größten Kohlerevier.

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